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Abschiedsspiel für Ex-Kapitän
Papa Rooney und die wilden 2000er

London. Generationswechsel wird beim Abschiedsspiel des englischen Ex-Kapitäns vollzogen. sid

Wayne Rooney dürfte sich dieser Tage fühlen wie ein Mitdreißiger auf einer Teenieparty. Zu seinem Abschiedsspiel ist der langjährige Kapitän noch einmal herzlich willkommen bei den Three Lions. Als echtes Mitglied der Clique kann er sich aber nicht mehr bezeichnen. Im Rampenlicht steht längst eine neue Generation. „Ich habe die jüngeren Spieler gesehen, und es war der richtige Schritt, ihnen Platz zu machen“, sagte Rooney, 33 Jahre alt, der bei der Partie im Wembleystadion am heutigen Donnerstagabend (21 Uhr) gegen die USA einen gebührenden Abschied erhalten wird. Das erste Training am Montag mit der Mannschaft von Team-Manager Gareth Southgate habe sich für Englands Rekordtorschützen nach langer Abwesenheit schon ziemlich „komisch“ angefühlt.

Seit November 2016, Rooneys bis dato letztem Einsatz für sein Land, hat sich viel getan. Harry Kane ist der neue Star im Team – das hat der Angreifer von Tottenham Hotspur nicht zuletzt mit dem Gewinn des Goldenes Schuhs bei der Weltmeisterschaft 2018 bewiesen. Flankiert wird Kane von Hochkarätern wie Raheem Sterling oder Marcus Rashford. Der Talentpool scheint riesig, in der U17 und der U20 ist England Weltmeister.

Auch Jadon Sancho gehört in diese Kategorie. Der 18-Jährige, Geburtsjahr 2000, steckte bei Rooneys Länderspiel-Debüt im Februar des Jahres 2003 noch im Kleinkindalter. Heute steht er für die neue individuelle Qualität im englischen Fußball. Mit seinem Wechsel zu Borussia Dortmund hat der Überflieger eine Pionierrolle im Ausbildungsweg eingenommen. Junge Briten wechseln immer häufiger in die Bundesliga – und umgehen ein Dilemma, auf das Southgate eindringlich aufmerksam gemacht hatte. Durch die Finanzkraft der Premier League setzen die Klubs vermehrt auf ausländische Stars.



„Die Bundesliga vertraut dir, auch wenn du noch sehr jung bist“, sagt Jadon Sancho und gibt die positiven Eindrücke an seinen Kumpel Reiss Nelson (18) weiter, der auch die Einsätze von Ademola Lookman bei RB Leipzig registrierte. Nelson ließ sich vom FC Arsenal an die TSG Hoffenheim verleihen und schoss sich mit schon sechs Saisontoren auf Southgates Radar. Die besondere Stimmung beim Abschiedsspiel von Wayne Rooney erlebt Sancho aber als einziger Bundesliga-Legionär aus nächster Nähe – noch.