| 23:27 Uhr

Risse in der heilen Welt

Sinsheim. Es wird ungemütlich für die einstigen Himmelsstürmer aus Hoffenheim. Nach der kümmerlichen Leistung beim 0:1 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 am Sonntagabend nahm sich Manager Jan Schindelmeiser seine Versager zur Brust

Sinsheim. Es wird ungemütlich für die einstigen Himmelsstürmer aus Hoffenheim. Nach der kümmerlichen Leistung beim 0:1 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 am Sonntagabend nahm sich Manager Jan Schindelmeiser seine Versager zur Brust. Das folgende Heimspiel gegen Werder Bremen am kommenden Sonntag rief der ansonsten stets sachlich analysierende Schindelmeiser zum "Charaktertest" aus und meinte mit angesäuerter Miene. "Es fällt mir schwer, die Mannschaft nach einer Leistung wie heute zu schützen. So etwas wollen wir hier nicht mehr sehen." Alles habe ihm gegen die "durchschnittlichen" Mainzer gefehlt. "Einsatz, Leidenschaft, Wille." Und weiter: "Mit so einer Leistung werden wir in den kommenden Wochen nicht mehr viel holen." Der neuerliche Rückschlag traf die Verantwortlichen im Kraichgau bis ins Mark. Nach einer durchwachsenen Saison, die auch mit viel Verletzungspech zu erklären ist, wähnten sich die Hoffenheimer nach dem Auswärtssieg in Berlin wieder auf Kurs. "Wir hatten die Chance, in den beiden Heimspielen gegen Mainz und Bremen den Sprung nach oben zu schaffen", meinte Schindelmeiser. Doch nach dem leidenschaftslosen Auftritt gegen Mainz ist das Überraschungsteam der Vorsaison endgültig im grauen Mittelmaß der Tabelle angekommen. "Ich bin sehr gespannt, wie die Spieler darauf gegen Bremen reagiert", sagte Schindelmeiser. Zwar will der 46-Jährige "jetzt nicht alles infrage stellen". Doch zusammen mit dem derzeit auch ein wenig ratlos wirkenden Trainer Ralf Rangnick und Mäzen Dietmar Hopp wird Schindelmeiser jetzt genau hinschauen und dann entscheiden, wer im einstigen Hoffenheimer Paradies noch eine Zukunft hat. Den Zorn der Verantwortlichen zog sich erneut ganz besonders Demba Ba zu. "Es kann nicht sein, dass wir Demba gerade wieder in eine Verfassung gebracht haben, in der er uns hilft, und dann kommt er vom nächsten Länderspiel wieder mit einer Verletzung zurück", grantelte Rangnick. Und Schindelmeiser fügte hinzu. "Da muss ein Spieler auch mal sagen, ich verzichte auf die Nationalmannschaft und bleibe da, wo ich bezahlt werde." Dass ausgerechnet Ex-Nationalspieler Tobias Weis bei seinem ersten Startelfeinsatz nach viermonatiger Verletzungspause bester Hoffenheimer war, offenbarte das Niveau der Vorstellung seiner Kollegen. "Das sagt alles", schimpfte Rangnick. dpa