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Ringen
Die Ringer-Bundesliga bleibt, wie sie ist

Robert Schmitt vom ASV Hüttigweiler (vorne) greift hier im Bundesliga-Derby gegen den AC Heusweiler nach dem Bein von Halef Cakmak.
Robert Schmitt vom ASV Hüttigweiler (vorne) greift hier im Bundesliga-Derby gegen den AC Heusweiler nach dem Bein von Halef Cakmak. FOTO: Andreas Schlichter
Würzburg. Trotz des Leistungsgefälles in der Vorrunde stimmen die Vereine für die aktuelle Einteilung. Es mangelt an Alternativen. Von Patric Cordier

Die Frage nach der Zukunft im deutschen Mannschafts-Ringen haben die Bundesliga-Vereine mit einem insgesamt eher zähneknirschenden „Weiter so“ beantwortet. Bei einem Treffen mit den Verantwortlichen des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) in Würzburg haben sich die Vereine für die Beibehaltung der aktuellen Regelung für die Jahre 2019/2020 und 2020/2021 ausgesprochen. Es bleibt also bei der dreigleisigen, regional zugeschnittenen 1. Liga, eine 2. Liga wird es nicht geben.

„Die Entscheidung fiel bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Das war schon überraschend“, sagt Ralf Diener. Der Saarbrücker ist Vizepräsident des DRB und dort für die Bundesliga zuständig. „Im kommenden Frühjahr wird man sich noch einmal mit den Vertretern der Landesverbände treffen, um dann eine weitergehende Regelung für den Unterbau zu finden“, erläutert Diener. Eine Rückkehr der fünf Vereine, die sich zu einer eigenen, international nicht anerkannten Profi-Liga zusammengeschlossen haben, sei ausgeschlossen. Der VfK Schifferstadt, Germania Weingarten, der KSV Ispringen, der KAV Mansfelder Land und der ASV Nendingen bleiben also weiterhin außen vor.

Die Einigung erscheint pragmatisch, aber von etlichen Clubs nicht wirklich geliebt. Vier Große – Adelhausen, Köllerbach, Mainz und Heilbronn – hätten wohl lieber eine 1. Bundesliga mit dem Unterbau aus 2. Ligen gehabt, weil sie in der Vorrunde derzeitiger Natur kaum gefordert werden. So hat in der Gruppe Südwest der TuS Adelhausen alle seine zwölf Kämpfe teils überdeutlich gewonnen, der KSV Köllerbach zehn, nur die zwei gegen Adelhausen nicht. Doch vier Erstligisten sind halt zu wenig, um wirtschaftlich machbar und sportlich attraktiv zu sein. „Wir müssen damit leben und uns unsere Gedanken machen“, sagt Köllerbachs Vorsitzender Hilmar Rehlinger und schließt dabei Folgen für die künftige Kader-Zusammenstellung nicht aus: „Ein Alternativ-Vorschlag mit jeweils zwei 1. und 2. Ligen fand leider keine Mehrheit.“



Vereine wie der KV Riegelsberg hätten eine Rückkehr in die 2. Bundesligen durchaus begrüßt. „Wir stehen für Nachwuchsarbeit“, sagt Riegelsbergs sportlicher Leiter Edgar Paulus: „Der Sprung in eine 1. Liga mit internationalen Spitzenringern ist für die Jungs sehr groß. Der fehlende Mittelbau könnte langfristig zum Problem für die Talent­entwicklung werden.“ Ähnlich sieht es Christoph Gall, Trainer des ASV Hüttigweiler, doch verweist er im Gegenzug auf die gute Zuschauerresonanz: „Die Halle bei uns ist voll, die Zuschauer sehen meistens spannende Kämpfe.“ Beim AC Heusweiler hat man sich mit der Situation arrangiert. „Wir bekommen zwei Mal in der Saison auf die Mütze, alle anderen Kämpfe sind eng“, sagt Bernd Weiland, Vorsitzender des AC: „Wir können mit der Regelung leben.“

Der Versuch, zwischen den finanzstärkeren und schwächeren Clubs für mehr Chancengleichheit zu sorgen, ist in den vergangenen Jahren nicht gelungen. Sowohl eine (freiwillige) Etatobergrenze als auch das Punktesystem für die eingesetzten Sportler brachten nicht den gewünschten Erfolg. Dennoch bleibt es zumindest für die kommende Runde dabei, gleiches gilt für die Gewichtsklasseneinteilung. Die Saison 2019/2020 beginnt am 28. September – einen Monat später als sonst. Damit vermeidet man die Terminkollision mit der WM. Immerhin.