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DFB-Pokal der Frauen in Köln
Rekordsieger Wolfsburg schreibt Frauenfußball-Geschichte

  Nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den DFB-Pokal an Wolfsburgs Kapitän Nilla Fischer übergeben hatte, war der Jubel groß.
Nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den DFB-Pokal an Wolfsburgs Kapitän Nilla Fischer übergeben hatte, war der Jubel groß. FOTO: dpa / Federico Gambarini
Köln. VfL bezwingt SC Freiburg im Endspiel mit 1:0 und gewinnt zum fünften Mal in Folge den DFB-Pokal. Außenseiter zeigt starke erste Halbzeit. sid

Mit seinem sechsten Streich im DFB-Pokal hat Dauersieger VfL Wolfsburg Frauenfußball-Geschichte geschrieben. Die abgeklärten Wölfinnen schnappten sich am Mittwoch mit einem 1:0 (0:0) im Endspiel gegen den Debütanten SC Freiburg zum fünften Mal in Serie die Silbertrophäe und egalisierten so die Bestmarke des Rekordsiegers 1. FFC Frankfurt (1999 bis 2003). Toptorjägerin Ewa Pajor (55.) traf für den Bundesliga-Spitzenreiter, der am Sonntag mit einem Sieg bei der TSG Hoffenheim das dritte Double nacheinander perfekt machen kann.

„Das fühlt sich sehr gut an. In der ersten Halbzeit hat Freiburg sehr gute Chancen gehabt, aber in der zweiten Hälfte ging ihnen die Puste aus“, sagte VfL-Torhüterin Almuth Schult überglücklich. SCF-Kapitänin Clara Schöne war dagegen total enttäuscht: „Wir haben eine unfassbar gute erste Halbzeit gespielt. Wären wir in Führung gegangen, hätten wir das Ding nach Hause gefahren.“

17 048 Zuschauer im Kölner Stadion, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, hatten zuvor eine intensive und unterhaltsame Begegnung gesehen. Die zehnte Auflage in Köln begann temporeich, beide Seiten suchten vor stimmungsvoller Kulisse den Weg nach vorne. Doch die besseren Chancen erspielte sich in Durchgang eins der erstmals im Finale stehende Außenseiter. Die verletzungsgeplagten Freiburgerinnen machten dem Favoriten auch durch ihre Kompaktheit und schnelles Umschalten das Leben schwer. VfL-Trainer Stephan Lerch quittierte den Auftritt seines Star-Ensembles mit Kopfschütteln. Sein Freiburger Pendant Jens Scheuer, der nach der Saison zum Liga-Konkurrenten Bayern München wechselt, haderte mit der Chancenverwertung.



Bei der besten Wolfsburger Chance versuchte die Polin Pajor es nach toller Vorarbeit der Dänin Pernille Harder per Fallrückzieher, doch Freiburgs nicht immer sichere Torhüterin Lena Nuding (42.) lenkte den Ball über die Querlatte.

Nach dem Seitenwechsel übernahm der VfL mehr Spielkontrolle und kam besser in die Zweikämpfe. Das zahlte sich umgehend aus: Die bärenstarke Harder spielte an der Strafraumgrenze gleich zwei Gegenspielerinnen aus, schoss aber an den Pfosten – von dort sprang der Ball vor die Füße der lauernden Pajor, die aus acht Metern unbedrängt einschob. Wolfsburg mit DFB-Spielführerin Alexandra Popp ließ den Ball nun gut laufen, ließ einige Hochkaräter ungenutzt und brachte den Erfolg über die Runden.