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Fußball
Kein Kroos, keine Chance

 Nationalspieler Toni Kroos durfte gegen Manchester City nicht eine Sekunde spielen.
Nationalspieler Toni Kroos durfte gegen Manchester City nicht eine Sekunde spielen. FOTO: dpa / Nick Potts
Madrid. Real Madrid steht in Champions League vor dem Aus. Nationalspieler ist Reservist. sid

Wortlos und sichtlich frustriert war Toni Kroos fast schon aus dem Estadio Santiago Bernabéu geflüchtet, da hielt ihn Pep Guardiola energisch auf. Angeregt plauderte der Weltmeister von 2014 im Bauch der Arena mit dem Katalanen. Wahrscheinlich analysierten der Lehrmeister und sein früherer Musterschüler die Gründe für die schmerzhafte 1:2 (0:0)-Niederlage von Real Madrid gegen Guardiolas Manchester City. Vielleicht aber auch nicht nur.

Möglicherweise erklärte Kroos dem Trainer, mit dem er einst beim FC Bayern große Erfolge feierte, auch seine Degradierung zum Bankdrücker. Denn der 30-Jährige, eigentlich unersetzlicher Dirigent im Mittelfeld der Madrilenen, spielte im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen City nicht eine Sekunde. „Ich war ein bisschen überrascht. Ich dachte erst, er wäre verletzt“, sagte Kroos’ Nationalmannschaftskollege und Manchester-Profi Ilkay Gündogan.

War er aber nicht, Real-Trainer Zinédine Zidane hatte so entschieden. Laut Aussage des Franzosen sei es eine „taktische Entscheidung“ gewesen, denn er habe sein „System anpassen“ wollen. Gegen Kroos sei das Ganze also ausdrücklich nicht gewesen. Gündogan berichtete, Kroos habe ihm nach dem Spiel gesagt, „dass er natürlich gerne gespielt hätte, aber sie auch am Sonntag den Clásico haben“. Für den Liga-Gipfel zu Hause gegen den FC Barcelona (21 Uhr/DAZN) soll Kroos dann wieder fest eingeplant sein.



Eventuell bereut Zidane mittlerweile seine Aufstellung, gerade in der ersten Halbzeit fehlte die ordnende Hand von Kroos, dessen Präzision im Passspiel. Ohne ihn brauchte es einen derben Schnitzer in der englischen Abwehr zur Führung durch Isco (60. Minute). Gabriel Jesus (78.) und Kevin De Bruyne (83./Elfmeter) drehten das Spiel.

Jetzt droht im Rückspiel am 17. März (21 Uhr) im Etihad Stadium das Achtelfinal-Aus. „Madrid schaut in den Abgrund“, fasste die Real-nahe Zeitung AS zusammen. Deshalb forderte Zidane klipp und klar: „Wir müssen dorthin fahren und gewinnen.“ Ein Nachteil: Kapitän Sergio Ramos wird nach einer Roten Karte wegen einer Notbremse fehlen.