| 22:50 Uhr

Wer wird Bundesliga-Herbstmeister
Zweikampf um den Titel, der keiner ist

 „Eine halbe Meisterschale“ gibt es nicht für den Herbstmeister-Titel, weiß RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann (rote Jacke), hier beim Abklatschen mit seinen Spielern. Trotzdem wäre für den Emporkömmling der Bundesliga Platz eins eine schöne Momentaufnahme unter dem Weihnachtsbaum.
„Eine halbe Meisterschale“ gibt es nicht für den Herbstmeister-Titel, weiß RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann (rote Jacke), hier beim Abklatschen mit seinen Spielern. Trotzdem wäre für den Emporkömmling der Bundesliga Platz eins eine schöne Momentaufnahme unter dem Weihnachtsbaum. FOTO: AP / Martin Meissner
Berlin. Wer wird Herbstmeister der Fußball-Bundesliga: RB Leipzig oder Borussia Mönchengladbach? sid

Julian Nagelsmann rechnet nicht mit „einer halben Schale von der DFL“, für Marco Rose geht es um einen „Titel, der gar keiner ist“: Vor dem Fernduell um die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga spielten die Trainer von RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach die Bedeutung herunter. Den ersten Platz als Krönung der Hinrunde wollen sie aber trotzdem unbedingt.

„Grundsätzlich ist es immer ein schönes Gefühl, wenn man zur Weihnachtszeit auf die Tabelle schaut und sieht das Logo und den Namen des eigenen Klubs ganz oben“, sagte Nagelsmann: „Wenn wir dann in der Rückrunde alle 17 Spiele gewinnen, stehen wir am Ende auf jeden Fall ganz oben. Dinge in der eigenen Hand zu haben, ist ja nicht so verkehrt.“

17 Siege würden dabei auch Erfolge gegen München und Dortmund bedeuten – diese blieben für Leipzig in der Hinrunde aber aus, beide Top-Spiele endeten mit einem Remis. Deshalb, sagte Nagelsmann am Freitag etwas überraschend, „sind wir kein Meisteranwärter. Wir müssen gegen diese Teams gewinnen, sonst wird es schwer, am Ende vor ihnen zu stehen.“



Schwer wird es für RB auch gegen den FC Augsburg an diesem Samstag (15.30 Uhr). Die Schwaben sind im Aufwind, haben fünf der vergangenen sechs Spiele gewonnen und dürfen den Blick sogar vorsichtig Richtung Europapokalplätze richten. Gladbachs Mission ist beim Gastspiel bei Hertha BSC (18.30 Uhr/beide Sky) ebenfalls fordernd. Die Berliner haben unter Interimstrainer Jürgen Klinsmann den freien Fall gestoppt und präsentierten sich vor allem defensiv stabilisiert. Gladbachs Ziel ist dennoch klar. „Wir haben gesagt, die Herbstmeisterschaft geht nur über einen Sieg. Jetzt müssen wir in Berlin noch einmal alle Kräfte mobilisieren und die in der Bundesliga herausragende Runde für uns krönen“, sagte Rose.

Ein Blick in die Gladbacher Historie dürfte zusätzlich motivieren. Vier Mal wurde die Elf vom Niederrhein zwischen 1969 und 1976 Herbstmeister – vier Mal hielt sie am Saisonende auch die Schale in die Höhe.

Bis zur ersten Meisterschaft seit den goldenen 70er Jahren ist es allerdings noch ein weiter Weg. Und selbst das gute Omen durch das Überwintern an der Tabellenspitze ist für Gladbach aus eigener Kraft gar nicht mehr zu erreichen. Wenn der Tabellenzweite bei Hertha aufläuft, hat Tabellenführer Leipzig gegen Augsburg womöglich schon für die Entscheidung gesorgt.

Vor dem 17. Spieltag liegen beide Teams mit jeweils 34 Punkten gleichauf, RB hat dank des besten Angriffs der Liga aber das klar bessere Torverhältnis (+11). Fest steht nur eines: Erstmals seit der Saison 2009/10 heißt der Herbstmeister nicht Bayern München oder Borussia Dortmund.

Eine Garantie auf den Gewinn der Meisterschaft wäre der Teilerfolg aber nicht. 38 von 56 Herbstmeistern der Bundesliga holten am Saisonende auch den Titel – macht eine Quote von rund 68 Prozent. Zur Erinnerung: In der Vorsaison verspielte Borussia Dortmund einen Vorsprung von sechs Punkten zur Halbzeit auf die Bayern.