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Fußball
RB Leipzig gehen die Verteidiger aus

 Julian Nagelsmann wurde auch schon „Baby Mourinho“ genannt.
Julian Nagelsmann wurde auch schon „Baby Mourinho“ genannt. FOTO: dpa / Robert Michael
London. Bundesligist vor Champions-League-Duell mit Tottenham und Trainer Mourinho. dpa

Julian Nagelsmann weiß, was ihn bei José Mourinho erwartet. „Er ist in allen Bereichen abgezockt. Er macht gewisse Dinge in der Coaching Zone mit Kalkül“, sagte der Trainer von RB Leipzig vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Tottenham Hotspur. Kommt es zu den Psychospielchen des Portugiesen, will Nagelsmann an diesem Mittwoch (21 Uhr/DAZN) dagegenhalten – bis der Schiedsrichter einschreitet. „Dann sitzen wir beide auf der Tribüne und essen eine Bratwurst“, sagte der 32-Jährige grinsend.

In gewisser Weise ist Nagelsmann von Mourinho fasziniert: „Er hat eine Aura, die einen fesseln kann.“ In seiner Hoffenheimer Zeit bekam der Coach der Sachsen von Tim Wiese sogar den Spitznamen „Baby Mourinho“ verpasst. Das war positiv gemeint, aber die Vergleiche hinken. „Ich denke nicht, dass unsere Philosophien identisch sind“, meinte Nagelsmann. Hier der stets gut gelaunte Anführer der Leipziger Tempo-Fußballer, der sich gern am eigenen Offensivspektakel berauscht. Dort der Chefzyniker aus Portugal, dessen Spielweise sich oft auf das Destruktive beschränkte. Und darauf, Titel zu gewinnen. Während bei Nagelsmann die Meisterschaft mit Hoffenheims U19 in der Statistik steht, hat Mourinho allein die Champions League bereits zwei Mal mit verschiedenen Clubs gewonnen. Hinzu kommen insgesamt acht Meisterschaften in Portugal, Spanien, England und Italien.

Dennoch ergriff den Spurs-Anhang nicht gerade eine Euphoriewelle, als der 57-Jährige Mitte November die Nachfolge von Mauricio Pochettino antrat. Nach einem kleinen Durchhänger hat Tottenham jedoch die Kurve gekriegt und ist wettbewerbsübergreifend seit sieben Spielen ohne Niederlage. Und das ohne den länger verletzten Stürmer-Star Harry Kane. Auch Heung-Min Son (Armbruch) muss passen.



Aber auch Leipzig tritt nicht in Bestbesetzung an. Nagelsmann gehen die Verteidiger aus. Da Willi Orban und Ibrahima Konaté ohnehin länger fehlen und Dayot Upamecano eine Gelbsperre absitzt, muss sich der 32-Jährige eine Abwehrreihe ohne Innenverteidiger basteln.