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Rassismus in Fußballstadien
Gemeinsamer Kampf gegen Rassiusmus

 Antonio Rüdiger wurde Opfer rassistischer Gesänge.
Antonio Rüdiger wurde Opfer rassistischer Gesänge. FOTO: dpa / Nick Potts
London. Die britische Regierung hat nach den Beschimpfungen gegen Antonio Rüdiger ihre Zusammenarbeit mit dem Fußball angekündigt. dpa

Nach den rassistischen Beleidigungen gegen Chelsea-Profi Antonio Rüdiger hat die britische Regierung die Zusammenarbeit mit dem englischen Fußballverband und der Premier League angekündigt. „Natürlich müssen die Fußballverbände mehr tun, um dieses Problem zu lösen. Wir sind entschlossen, mit ihnen zusammenzuarbeiten und es aus der Welt zu schaffen“, sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson.

Zuvor hatte die Vereinigung der englischen Profi-Fußballer (PFA) die Regierung aufgefordert, das Problem Rassismus im Fußball zu untersuchen und Lösungen herbeizuführen. „Die PFA fordert eine Untersuchung der Regierung zu Rassismus und der Zunahme von Hassverbrechen im Fußball sowie sofortige und dringende Maßnahmen einer Allparteiengruppe im Ministerium für Kultur, Medien und Sport, um dieses dringende Problem anzugehen“, schrieb die PFA auf ihrer Internetseite. Der deutsche Nationalspieler war beim 2:0-Erfolg des FC Chelsea bei Tottenham Hotspur mehrfach von Spurs-Fans rassistisch beleidigt worden.

Bereits im Vorjahr hatten einige Profis die Verantwortlichen der Premier League und des englischen Fußballverbandes FA aufgefordert, Maßnahmen in den Stadien gegen den kontinuierlichen Rassismus zu ergreifen. Nach den Beleidigungen gegen Rüdiger gab es bisher keine Stellungnahmen der Liga und der FA. Die FA hatte nach rassistischen Vorfällen beim EM-Qualispiel der Nationalelf in Bulgarien im Oktober Konsequenzen von der Europäischen Fußball-Union Uefa gefordert. „Ich hoffe wirklich, dass die Täter bald gefunden und bestraft werden“, teilte Rüdiger über Twitter mit. Der 26-Jährige bedankte sich für den Zuspruch vieler Tottenham-Fans und hofft auf die Ermittlung „der einzelnen Idioten“ über die zahlreichen Fernseh- und Sicherheitskameras im Stadion. „Wenn nicht, dann muss es im Stadion Zeugen gegeben haben, die den Vorfall gesehen und gehört haben.“



Tottenham kündigte Untersuchungen an. „Jede Form von Rassismus ist völlig inakzeptabel und wird in unserem Stadion nicht toleriert“, schreibt der Verein auf seiner Internetseite. Als Maßnahmen kündigte der Club Stadionverbote an. Tottenham ist eigentlich bekannt für seine jüdische Identität. Eine Flagge Israels ist im Stadion bei den Heimspielen immer zu sehen. Chelsea-Fans hatten im letzten Jahr mit rassistischen Beschimpfungen gegen Stürmer Raheem Sterling von Manchester City für Empörung gesorgt.