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Radprofi Marcel Kittel dominiert Auftakt des Giro d'Italia

Arnheim. Marcel Kittel hat mit zwei Etappensiegen und der Übernahme des Rosa Trikots beim 99. Giro d'Italia das Seuchenjahr 2015 hinter sich gelassen. Für die Italien-Rundfahrt hat er sich schon das nächste Ziel gesetzt. sid

Marcel Kittel zupfte das Rosa Trikot in die richtige Position, lehnte sich entspannt nach vorne und nahm mit einem Lächeln das nächste Ziel ins Visier. "Es wäre schön, meinen Geburtstag in Pink zu feiern. Ich werde darum kämpfen", sagte der deutsche Top-Sprinter nach dem Traumstart in den 99. Giro d'Italia. Morgen vollendet der gebürtige Arnstädter sein 28. Lebensjahr, für die vorzeitige Bescherung sorgte er bereits am Wochenende selbst. Zwei Etappensiege, das rote Trikot des besten Sprinters und als Krönung die Gesamtführung der Italien-Rundfahrt: Das Giro-Auftaktwochenende in den Niederlanden hätte für Kittel nicht besser laufen können.

"Ich fliege im Rosa Trikot nach Italien, das ist eine große Ehre", sagte Kittel . Bereits um 9 Uhr stand er gestern früh müde, aber glücklich beim Boarding für den Flug in Richtung Italien. Die Nacht fiel für den Kapitän des Teams Etixx-QuickStep kurz aus, obwohl die großen Feierlichkeiten am Sonntag ausgeblieben waren. Ein kühles Bier im Kreis der Teamkollegen musste vor der Nachtruhe reichen.

Damit die Geburtstagsfeier morgen größer ausfallen und im erhofften Rahmen stattfinden kann, muss Kittel tags zuvor die 200 Kilometer der vierten Etappe von Catanzaro nach Praia a Mare im "Maglia Rosa" überstehen. Zwar ist das Profil des Tagesabschnitts zumeist flach, zwei Bergwertungen der dritten Kategorie innerhalb von 26 Kilometern könnten sich für Kittel aber als zu hohe Hürde erweisen. Kittel will sein Bestes geben, die Gesamtführung "aber nicht um jeden Preis" verteidigen. Das große Ziel sind weitere Etappensiege, nicht das Rosa Trikot. Angesichts der Dominanz bei den ersten beiden Massensprints der Rundfahrt scheinen weitere Erfolge nur eine Frage der Zeit. "Ich war selbst überrascht über den Abstand zu den anderen Fahrern, aber ich bin auch stolz. Ich bin Sprinter, ich will der Schnellste sein", sagte Kittel .



Lob erhielt Kittel aus der Heimat von Teamkollege Tony Martin . "Ich habe die Etappen live im Fernsehen gesehen. Es freut mich besonders, wie souverän er gewonnen hat. Er hat für den deutschen Radsport wieder einiges geleistet", sagte der Zeitfahrspezialist. Zu den Besiegten zählte unter anderem der zweite deutsche Starsprinter André Greipel , der Kittel in der momentanen Verfassung nicht gewachsen scheint. Dem "Gorilla", im Vorjahr viermaliger Etappensieger der Tour de France, blieb am Sonntag als Vierter nur der anerkennende Schulterklopfer für Kittel . In seiner Dominanz erinnerte Kittel an die Erfolgsjahre 2013 und 2014, in denen er bei den Sprintankünften nur selten zu schlagen war. "Tuttosport" schrieb gestern: "Der Giro d'Italia hat seinen Kaiser." Das Seuchenjahr 2015, als ihn eine hartnäckige Viruserkrankung weit zurückwarf, ist vergessen. Kittel : "Ich bin glücklich, dass diese Zeit hinter mir liegt."