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Qualität geht vor Quantität

Der Contwiger Marcus Brill, der in dieser Saison den Durchbruch als Schiedsrichter in der Deutschen Eishockey-Liga geschafft hat, pfeift am Sonntag, 27. Dezember, ab 18.30 Uhr, die Regionalligapartie zwischen dem EHC Zweibrücken und dem SC Bietigheim 1b. Foto: Verein
Der Contwiger Marcus Brill, der in dieser Saison den Durchbruch als Schiedsrichter in der Deutschen Eishockey-Liga geschafft hat, pfeift am Sonntag, 27. Dezember, ab 18.30 Uhr, die Regionalligapartie zwischen dem EHC Zweibrücken und dem SC Bietigheim 1b. Foto: Verein
Zweibrücken. Eishockey hat in Zweibrücken Tradition. Auf dem Eis bei den Aktiven und bei den Schiedsrichtern. Die Zweibrücker Eissport-Gemeinschaft (ZEG) ist ein wahrer Jungbrunnen für Eishockey-Schiedsrichter Von Merkur-Redakteur Werner Kipper

Zweibrücken. Eishockey hat in Zweibrücken Tradition. Auf dem Eis bei den Aktiven und bei den Schiedsrichtern. Die Zweibrücker Eissport-Gemeinschaft (ZEG) ist ein wahrer Jungbrunnen für Eishockey-Schiedsrichter. Den Anfang machte der heutige Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Fritz Presl, der nach seiner aktiven Tätigkeit in der Ersten und Zweiten Bundesliga bis in die 90er Jahre noch als Schiedsrichter-Beobachter in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) tätig war. In seine Fußstapfen waren später als Schiedsrichter in den höchsten deutschen Eishockeyligen Rudi Manderscheid und Heiner Brill, Klaus Fischer und Hans-Albert Bartel sowie Michael Langer und Thomas Frenzel getreten. "Die neueste Schiedsrichter-Generation wird von Marcus Brill und Sascha Westrich verkörpert", erklärte Thomas Frenzel (Foto: privat), der Schiedsrichter-Obmann von Rheinland-Pfalz. Der 47-jährige Abteilungsleiter bei Terex Demag, der dieses Amt seit nunmehr 19 Jahren innehat, hat aber wie in anderen Sportarten mit Nachwuchs-Problemen zu kämpfen. Die einstige Zahl von 22 Schiedsrichtern ist bis auf derzeit 13 abgebröckelt."Zweibrücken ist eine Ausnahme" freut sich der Schiedsrichter-Obmann, denn in die Schuhe der früheren DEL-Schiedsrichter Michael Langer und Thomas Frenzel, die nunmehr als Beobachter tätig sind, sind als Nachfolger der 30-jährige Markus Brill aus Contwig und der 33-jährige Sascha Westrich getreten. "Sie haben die direkte Nachfolge angetreten" (Frenzel). Auf ein Wiedersehen mit dem DEL-Schiedsrichter Marcus Brill dürfen sich die Zweibrücker Eishockey-Fans freuen, denn am Sonntag, 27. Dezember, leitet er ab 18.30 Uhr die Partie in der Regionalliga Südwest zwischen dem EHC "Hornets" Zweibrücken und dem SC Bietigheim 1b. Unterstützt wird es dabei von den Linesman (Linienrichtern) Matthias Kettenring und Björn Frenzel, die sich anschicken, dass auch in den kommenden Jahren bei der ZEG kein Nachwuchsproblem erkennbar wird. "Wenn keine Spiele in der DEL anstehen, muss ein hoch qualifizierter Schiedsrichter auch in der Regionalliga pfeifen", erklärte Thomas Frenzel, der für die Einteilung in der Regionalliga verantwortlich ist.Doch bis in die DEL-Elite, der nur 16 Schiedsrichter angehören, ist es ein weiter Weg, wie Thomas Frenzel zu erklären weiß. Doch den Sprung in die oberste Liga hat Marcus Brill, der heute in Ludwigshafen wohnt und in der Verwaltung in Bad Dürkheim arbeitet, geschafft. Bereits mit 16 Jahren hat der gebürtige Contwiger die Schiedsrichter-Laufbahn eingeschlagen. "Durch kontinuierliche Leistungen hat er sich für höhere Aufgaben empfohlen", blickt Frenzel zurück. Seit Marcus Brill im vergangenen Jahr erfolgreich das dreijährige Trainee-Programm des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) abgeschlossen hat, gehört er jetzt zu den besten 16 deutschen Eishockey-Schiedsrichtern.Seine Qualitäten hat er jüngst beim Eishockey-Turnier um den Deutschland-Cup in München unterstrichen, als er die besten Bewertungen als Hauptschiedsrichter unter internationalen Kollegen erhielt. Das blieb nicht ohne Widerhall. Nun pfeift Brill bei seinem ersten internationalen Einsatz im Januar in der Türkei bei der Junioren-WM, Division III. "Marcus wird seinen internationalen Weg machen", ist sich Thomas Frenzel sicher. "Marcus ist sehr lernfähig, lernwillig, strahlt Ruhe aus und hat ein Gefühl für seine Tätigkeit."Sascha Westrich, der in der Zweiten Bundesliga als Haupt-Schiedsrichter fungiert, muss die Hürde für die DEL noch nehmen. Er ist bisher erst "im zweiten Lehrjahr" des DEB-Trainee-Programms. Hat aber gute Chancen seinem Vereinskameraden Marcus Brill in die bel Etage zu folgen.Doch ist die Tätigkeit als Schiedsrichter oder Beobachter kein Zuckerschecken. "In der Saison müssen zu den Spielen zwischen 40 000 und 70 000 Kilometer zurückgelegt werden", rechnet Frenzel vor, wobei die Entlohnung bei Weitem nicht mit dem Salär der Fußball-Schiedsrichter in der Ersten und Zweiten Bundesliga zu vergleichen sei. "Bei dem zeitlichen Aufwand gehört schon viel Liebe zur Sportart dazu", verdeutlicht der Schiedsrichter-Obmann. Doch sind für ihn Marcus Brill und Sascha Westrich der Beweis dafür, dass die Zweibrücker Schiedsrichter schon seit Jahrzehnten traditionell in der Spitze vertreten sind. "Die Quantität ist nicht groß, aber wir legen Wert auf Qualität", so Thomas Frenzels Devise. "Marcus Brill wird seinen Weg machen."Thomas Frenzel, Schieri-Beobachter