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Fußball-Champions-League
PSG muss Neymar heute vergessen

Neymar drückt heute Abend aus der Ferne die Daumen.
Neymar drückt heute Abend aus der Ferne die Daumen. FOTO: Michel Spingler / dpa
Paris. Im Achtelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid muss Paris einen 1:3-Rückstand aufholen. Der Einsatz von Kroos ist fraglich.

Neymar erleidet einen Fußbruch – Staatskrise in Brasilien. Neymar wird operiert und residiert im eigenen Krankenhausflügel – die Medien überschlagen sich. Dass da irgendwem mal der Kragen platzt, war klar: „Neymar hier, Neymar da – ich weiß nicht mehr, was ich dazu sagen soll“, raunte Paris St. Germains Verteidiger Presnel Kimpembe in einem Interview mit „Le Parisien“. So ist das, wenn man einen 222-Millionen-Mann im Team hat.

Doch Paris täte gut daran, den Fokus jetzt zu verschieben: „Neymar spielt nicht. PSG muss Neymar vergessen“, sagte der Weltmeister von 1998, Bayern-Ikone Bixente Lizarazu. Denn heute Abend (20.45 Uhr/ZDF) kommt Titelverteidiger Real Madrid zum Achtelfinal-Rückspiel der Champions League in den Parc des Princes, und PSG hat das erste Duell in Spanien mit 1:3 verloren.

Um den Traum vom Gewinn der Königsklasse nicht zu gefährden und ins Viertelfinale einzuziehen, muss also ohne Neymar ein Sieg mit zwei Toren Abstand her. Bei einem Ausscheiden wäre wohl auch Trainer Unai Emery kaum zu halten. In der Mannschaft ist trotz der schwierigen Lage eine Aufbruchstimmung zu spüren. „Wir haben keine Ausreden. Mit oder ohne Neymar“, sagte Abwehrspieler Thomas Meunier. Weltmeister Julian Draxler und Angel Di Maria haben bereits am Wochenende in der Ligue 1 bei ES Troyes AC (2:0) mit starken Leistungen angedeutet, was gegen Real von ihnen zu erwarten ist.



Ein bisschen aber spielen die Pariser auch für ihren Star, der nach der Mittelfuß-Operation am Sonntag das Krankenhaus verlassen hatte und vermutlich in seinem Luxusanwesen in Mangaratiba nahe Rio de Janeiro die Partie verfolgt. „Neymar ist der Anführer dieser Mannschaft, seine Kollegen werden alles geben – für ihn und den Verein“, sagte Sportdirektor Antero Henrique.

Auch Real-Coach Zinédine Zidane hat zwei angeschlagene Spieler im Team – Weltmeister Toni Kroos sowie Mittelfeldstar Luka Modric, „die beiden Fußballer, die die Mannschaft erst funktionieren lassen“, wie das Sportblatt „Marca“ meint. Beide trainieren zwar seit Sonntag wieder und flogen am Montag mit dem Team in die französische Hauptstadt. Ob sie aber spielen werden, wird sich wohl erst in letzter Minute entscheiden.

Zu Kroos und Draxler gesellt sich übrigens noch ein dritter Deutscher. Schiedsrichter Felix Brych (42) aus München leitet die Begegnung und steht besonders im Rampenlicht. Mit bislang 45 Champions-League-Spielen hat Brych übrigens nur zwei weniger als Neymar.