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Ligue 1 Frankreich
PSG feiert und wartet auf Tuchel

Paris. Paris überrollt Titelverteidiger AS Monaco und wird vorzeitig französischer Meister. Torhüter Kevin Trapp hofft nun auf mehr Spielzeit.

Nach dem Gewinn des siebten französischen Meister-Titels stand bei Paris St. Germain einer im Mittelpunkt, der gar nichts zum Triumph beigetragen hatte: Thomas Tuchel. Wird die Verpflichtung des deutschen Trainers nun offiziell bestätigt? Das wollten Reporter nach dem 7:1-Kantersieg gegen Titelverteidiger AS Monaco vom Clubboss wissen. Nasser al-Khelaifi ließ sich aber nichts entreißen: „Wir haben einen Trainer, der Vertrag bis Saisonende hat, und das ist Unai Emery“, sagte er. Zurückhaltung übten auch die befragten PSG-Profis. „Thomas Tuchel? Kenne ich nicht. Aber ich habe gelesen, dass er ein guter Trainer sein soll“, sagte Marco Verratti.

Nicht nur französische Medien sind überzeugt, dass die Verpflichtung des früheren Mainz- und BVB-Trainers bereits perfekt ist. Dabei hatte PSG mit Weltmeister Julian Draxler in seltener Stammspielerrolle und ohne die verletzten Stürmer Neymar und Kylian Mbappé eine der besten Vorstellungen der Saison geliefert. Während Neymar in Brasilien Poker spielte, trafen Giovani Lo Celso (14./28.), Edinson Cavani (17.), Ángel Di María (20./59.), Radamel Falcao ins eigene Tor (77.) und Draxler (87.) für die Hausherren. Rony Lopes (38.) gelang das Tor der Fürstentum-Kicker. Die Hauptstädter bauten ihren Vorsprung an der Spitze auf nunmehr 17 Punkte aus und sind bei noch fünf Spielen nicht mehr einzuholen.

Eine wahre Machtdemonstration, die an der Seine aber längst nicht alle erfreut. Außenverteidiger Yuri Beriche sagte, das mäßige Niveau der Ligue 1 „bestrafe“ Paris, wenn es darum gehe, den europäischen Gipfel zu erklimmen: „Unsere Gegner sind nicht stark genug.“ Der souveräne Gewinn der Meisterschaft, des Ligapokals und wohl auch des Pokals (am Mittwoch tritt man zum Halbfinalduell bei SM Caen an) lassen nicht vergessen, dass das große Ziel erneut verpasst wurde: der Gewinn der Champions League. Diese Saison war das Achtelfinale gegen Titelverteidiger Real Madrid Endstation.



Clubchef al-Khelaifi wollte die Trainerfrage noch nicht beantworten, blickte am Sonntag aber dennoch bereits in die Zukunft: „Die Champions League bleibt unser großes Ziel, dafür werden wir hart arbeiten.“ Auch Nationaltorwart Kevin Trapp will das. Erst dieser Tage hatte der 27-Jährige erklärt, er wolle trotz seiner Reservistenrolle bei PSG bleiben. Er habe „noch Ziele zu erreichen“. Am Sonntag stand wieder Alphonse Areola im Tor, aber Trapp darf dank des Titelgewinns auf mehr Spielzeit hoffen. Mit Blick auf die WM in Russland ist das für ihn immens wichtig.

Zunächst steht PSG aber fern der Spielfelder vor einer großen Herausforderung: Am Freitag muss man zur Uefa zum Rapport und beweisen, dass man sich an die Regeln des Financial Fairplay hält, wonach ein Club nicht mehr ausgeben darf, als er einnimmt. Im vorigen Sommer sorgte Paris mit den Einkäufen von Neymar (222 Millionen Euro) und Mbappé (180) für Aufsehen. Laut „L‘ Équipe“ muss der Verein im Sommer mindestens 75 Millionen Euro durch Spielerverkäufe einnehmen, um nicht bestraft zu werden.