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Prokop soll übernehmen

 Jubelt Christian Prokop ab dem kommenden Sommer als neuer Nationaltrainer? Foto: wolf/dpa
Jubelt Christian Prokop ab dem kommenden Sommer als neuer Nationaltrainer? Foto: wolf/dpa FOTO: wolf/dpa
Hamburg. Der Deutsche Handball-Bund hat seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge des wohl bald scheidenden Bundestrainers Dagur Sigurdsson bekannt gegeben. Leipzig-Trainer Christian Prokop ist einer der Aufsteiger der Bundesliga. Christoph Stukenbrock,Nikolaj Stobbe (sid)

Hungriger Aufsteiger statt hoch dekorierter Meistertrainer: Christian Prokop ist der Wunschkandidat des Deutschen Handballbundes (DHB) auf die Nachfolge des wohl scheidenden Bundestrainers Dagur Sigurdsson. Dankt der Isländer wie erwartet nach der WM in Frankreich ab, soll der 37 Jahre alte Coach vom Bundesliga-Überraschungsteam SC DHfK Leipzig die "Bad Boys" im kommenden Sommer übernehmen.

"Ja, ich habe für den Fall einer Notwendigkeit eine grundsätzliche Bereitschaft bei Christian Prokop nachgefragt", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Der deutsche Handball brauche "nicht den besten und erfolgreichsten Trainer, sondern den, der am besten zu unserem Konzept passt."

Und das ist nach Meinung des DHB Prokop. Der 37-Jährige, der in der vergangenen Spielzeit als "Trainer der Saison" ausgezeichnet wurde, besitzt in Leipzig zwar noch einen Vertrag bis 2021 ohne Ausstiegsklausel. Doch er ist wohl an der neuen Aufgabe sehr interessiert - und die Verhandlungen mit den DHfK-Verantwortlichen über eine vorzeitige Freigabe laufen äußerst vielversprechend.



Sollte sich das DHB-Interesse im Falle des Sigurdsson-Abgangs konkretisieren, werde man sich "mit Christian Prokop hinsetzen und fragen, was seine Wünsche sind", sagte Geschäftsführer Karsten Günther. Aber auch der Club müsse an seine Verantwortung denken "und sich überlegen, wie man einen solchen Verlust wirtschaftlich auffangen kann", meinte Günther, der damit indirekt eine finanzielle Entschädigung ins Gespräch brachte.

Im Raum steht eine Freigabe im Sommer 2017. In den zwei Spielen zwischen WM, die Sigurdsson definitiv noch als Bundestrainer bestreiten wird, und Prokops Amtsübernahme könnte Hanning als Interimscoach einspringen.

Jung, zielstrebig, erfolgreich: Prokop erinnert mit seinem Auftreten und Profil stark an Sigurdsson. Auch der Isländer war bei seiner Amtsübernahme im Sommer 2014 der breiten deutschen Öffentlichkeit noch kein Begriff, genoss in der Szene als Trainer der Füchse Berlin aber längst höchste Wertschätzung.

Prokop ist seit 2013 Trainer in Leipzig, schaffte 2015 den Aufstieg in die Bundesliga und sorgt dort mit seinem Team aktuell für mächtig viel Furore. Vor seinem Wechsel auf die Trainerbank spielte der gebürtige Köthener (Sachsen-Anhalt) unter anderem beim HC Wuppertal und bei der GWD Minden .

Sollte bei der Verpflichtung Prokops noch etwas schiefgehen, kämen als Alternativen Markus Baur (TVB Stuttgart) und Gudmundur Gudmundsson (scheidender Nationaltrainer Dänemarks) infrage.