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Fußball-WM in Russland
Pavards Tor ist Sauerstoff für die Franzosen

Kasan. Dem Verteidiger vom VfB Stuttgart gelingt gegen Argentinien erstes Länderspieltor.

Alle bejubelten nach dem spektakulären 4:3-Sieg Frankreichs im WM-Achtelfinale gegen Argentinien Jungstar Kylian Mbappe. Benjamin Pavard, der vielleicht das schönste Tor der Weltmeisterschaft geschossen hatte, geriet ein wenig in den Hintergrund. „Es war wirklich wunderbar“, sagte der 22-Jährige vom Bundesligisten VfB Stuttgart über sein Traumtor zum zwischenzeitlichen 2:2 (57.): „Im Training ist mir das schon mal gelungen, aber im Spiel noch nicht.“

Der Volleyschuss aus über 20 Metern in den Winkel gab den Franzosen nach dem überraschenden 1:2-Rückstand „einen Hauch Sauerstoff“, meinte Pavard. Zudem rührte das erste Tor im neunten Länderspiel seine Freundin auf der Tribüne zu Tränen: „Sie hat mir gesagt, dass sie geweint hat.“ Der Außenverteidiger, der erst im vergangenen November sein Debüt für die Équipe Tricolore gegeben hatte, provozierte mit seinem Treffer Vergleiche mit einem Weltmeister. Das letzte französische Verteidiger-Tor bei einer WM hatte Lilian Thuram erzielt – bei einem Doppelpack beim 2:1 im Halbfinale 1998 gegen Kroatien auf dem Weg zum bislang einzigen Weltmeistertitel.

Nationaltrainer Didier Deschamps, damals Mannschaftskapitän, habe ihm gesagt, „dass ich ihn an Thuram erinnert habe“, berichtete Pavard. Dass er im selben Atemzug mit dem früheren Weltstar genannt wird, zeigt, welch atemberaubenden Höhenflug der Stuttgarter bei der WM erlebt. Bis auf das weitgehend bedeutungslose Vorrundenfinale gegen Dänemark (0:0) hat der Rechtsverteidiger alle Spiele der Bleus von der ersten bis zur letzten Minute bestritten und sich einen Stammplatz erkämpft.



Vor zwei Jahren vom VfB für fünf Millionen Euro vom OSC Lille verpflichtet, hatte er schon nach starken Leistungen in der Bundesliga das Interesse der großen Clubs, unter anderem des Rekordmeisters Bayern München, aber auch von Paris St. Germain oder Tottenham Hotspur, auf sich gezogen. Sein Vertrag läuft bis 2021, sein Wert wird aktuell auf 30 Millionen taxiert.