| 20:37 Uhr

Paukenschlag in Augsburg

 Dirk Schuster kratzt sich am Kopf. Gestern teilte sein Verein, der Bundesligist FC Augsburg, die Trennung von seinem Trainer mit. Foto: Heimken/dpa
Dirk Schuster kratzt sich am Kopf. Gestern teilte sein Verein, der Bundesligist FC Augsburg, die Trennung von seinem Trainer mit. Foto: Heimken/dpa FOTO: Heimken/dpa
Augsburg. Die sechste Trainer-Entlassung in der laufenden Bundesliga-Saison ist perfekt: Der FC Augsburg hat sich gestern von Dirk Schuster getrennt. Der ist bereits wieder bei seinem Ex-Verein Darmstadt 98 im Gespräch. sid

Damit hatte so kurz vor der Winterpause keiner gerechnet: Fußball-Bundesligist FC Augsburg hat gestern völlig überraschend Trainer Dirk Schuster entlassen. Der 48-Jährige war erst im Sommer von Darmstadt 98 zum FCA gewechselt und hatte dort den nach Schalke abgewanderten Markus Weinzierl abgelöst.

Auch die beiden Assistenten Sascha Franz und Frank Steinmetz wurden mit sofortiger Wirkung freigestellt. Bis auf Weiteres wird Manuel Baum, Cheftrainer des FCA-Nachwuchses, die Mannschaft betreuen. Der 37-Jährige, der die Fußballlehrer-Lizenz besitzt, verfügt aber außer einer Station bei der Spvgg Unterhaching über wenig Profierfahrung. Er leitete bereits gestern Nachmittag zusammen mit U19-Coach Alexander Frankenberger die erste Einheit. Die beiden letzten Spiele des Jahres bestreitet der FCA gegen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund .

Der Club nannte "nach eingehender Analyse der aktuellen sportlichen Situation unterschiedliche Auffassungen über die weitere sportliche Ausrichtung und die Art und Weise, wie der FCA Fußball spielen will", als Gründe für die unerwartete Entlassung. Derzeit belegen die Schwaben den 13. Tabellenplatz. Am vergangenen Samstag hatten die Augsburger 0:1 in Hamburg verloren und waren auch im vierten Spiel in Serie sieglos geblieben. Sie stehen aber immer noch vier Punkte vor Relegationsplatz 16. Mit elf Toren aus 14 Spielen verfügt der FCA auch verletzungsbedingt - die Stürmer Raul Bobadilla, Alfred Finnbogason und Caiuby fehlen seit Wochen - neben Hamburg, Ingolstadt und Darmstadt über die schwächste Offensive der Liga.



Schuster, der nun wieder bei seinem Ex-Verein Darmstadt 98 gehandelt wird, hatte zuletzt bemängelt, dass der "letzte Wille" und der "Killerinstinkt" nicht so ausgeprägt seien. Allerdings mussten die Augsburger auch nur 16 Gegentreffer hinnehmen, die mit Abstand wenigsten im Tabellenkeller.

Die Augsburger hatten in der vergangenen Woche einen Gewinn von rund 15 Millionen Euro verkündet. "Wir sind ein gesunder Verein und haben Mittel zur Verfügung, um gegebenenfalls weiter in die Mannschaft zu investieren", sagte Manager Stefan Reuter . In dieser Woche sollte eine Kaderanalyse stattfinden. Präsident Klaus Hofmann hatte zuletzt den Verein auf die kommenden Aufgaben eingeschworen und um Zusammenhalt gebeten. "Es hat uns erfolgreich gemacht, dass wir, Vereinsführung, Mannschaft, Mitarbeiter und Fans, immer an einem Strang gezogen haben. Das ist auch unsere Maxime für die kommenden Jahre. Wenn eine der Parteien in eine andere Richtung geht, hat der FC Augsburg in der Bundesliga keine Chance", sagte Hofmann.

Schuster, der in dieser Saison in der Bundesliga als sechster Trainer entlassen wurde, hatte im Sommer betont, dass sein Vorgänger Weinzierl die Latte "sehr hoch" gelegt habe. Doch er könne "alles", fügte er selbstbewusst an. Reuter war da noch der Überzeugung, dass der Ex-Profi und dessen Spielidee "sehr gut zum FC Augsburg " passen würden. Das hat sich nun geändert.