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Paarläufer Savchenko und Massot: Weniger Risiko, maximaler Erfolg

Ostrau. Für die immer noch angeschlagene Ex-Weltmeisterin Aljona Savchenko war Paarlauf-Silber bei den Europameisterschaften im tschechischen Ostrau wertvoller als jede ihrer insgesamt neun Goldmedaillen. sid

Erst als ihre Tränen der Erleichterung getrocknet waren, realisierte Aljona Savchenko , welches kleine Kufenwunder sie mit ihrem Partner Bruno Massot bei den Europameisterschaften in Ostrau vollbracht hatte. "Für mich glänzt diese Silbermedaille wie Gold", sagte die erfolgreichste Paarläuferin der deutschen Eiskunstlauf-Geschichte und tätschelte dabei fast zärtlich die gerade gewonnene Plakette.

Weder eine achtwöchige Trainingspause wegen eines Bänderrisses im Knöchel noch eine fiese Erkältung in den vergangenen Tagen hatten die fünfmalige Weltmeisterin komplett stoppen können. Besonders künstlerisch kamen die beiden verletzungsbedingt abgespeckten Programme der Oberstdorfer bei den Preisrichtern und auch den 10 000 Zuschauern bestens an.

Gleich dreimal verteilten die Juroren die Höchstnote 10 für die Interpretation der romantischen Kürklänge. Und so schossen daher die Spekulationen schnell ins Kraut, was für Savchenko und Massot bei bester Gesundheit bei der WM Ende März in Helsinki möglich sein könnte.



"Wir sind zurück und werden alles für den Sieg tun. Das ist unsere Botschaft", verkündete der Franzose zwei Tage vor seinem 28. Geburtstag. Doch schon zwei Wochen vor dem Höhepunkt des vorolympischen Winters muss Massot ohne Schlittschuhe eine ganz persönliche Hürde meistern. Dann werden in Sonthofen seine Deutsch-Kenntnisse abgefragt, eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Einbürgerung, ohne die ein Olympiastart für Deutschland nicht möglich ist.

In der ausverkauften Ostravar-Arena waren die von Savchenkos Ex-Partner Robin Szolkowy betreuten Grand-Prix-Sieger Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow aus Russland noch die Stärkeren und lagen am Ende mehr als fünf Zähler vor den beiden Wahl-Allgäuern. Auch weil sich Savchenko (Kurzprogramm) und Massot (Kür) jeweils einen Schnitzer leisteten.

Das soll und muss bei den Welttitelkämpfen in der Hartwall-Arena nicht so bleiben. Die Schützlinge von Trainer Alexander König haben schließlich noch Höchstschwierigkeiten in der Pipeline.