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Olympisches Wagnis: IOC nimmt Platz in der UN-Vollversammlung

New York. Das IOC wagt sich auf gefährliches Terrain: Durch die Entscheidung der UN-Vollversammlung, dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) den gewünschten Beobachterstatus zu gewähren, treiben die Olympier ihre Neupositionierung als moralische Instanz mit politischer Stimme weiter voran

New York. Das IOC wagt sich auf gefährliches Terrain: Durch die Entscheidung der UN-Vollversammlung, dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) den gewünschten Beobachterstatus zu gewähren, treiben die Olympier ihre Neupositionierung als moralische Instanz mit politischer Stimme weiter voran. Trotz ständiger Beteuerungen, seine Organisation sei unpolitisch, wertete IOC-Präsident Jacques Rogge (Foto: dpa) das Ja aus New York als "riesige Anerkennung für die Rolle des Sports". Der Belgier will die olympischen Werte und Interessen stärker in die Vereinten Nationen einbringen. Ein Wahlrecht hat das IOC nicht, aber die Ringe-Organisation darf an sämtlichen Diskussionen im Plenum teilnehmen und bei der Ausarbeitung von Resolutionen mitwirken, die der Vollversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden. "Das zeigt, wie wichtig das IOC für die UN ist", sagte Willi Lemke, UN-Sonderbeauftragter für den Sport. Bereits im Februar hatte der ehemalige Werder-Manager erklärt, er könne sich aber auch "Konfliktfelder" vorstellen, wenn sich das IOC zu sehr in "politische Gefilde" begebe. Gegenwärtig sind mehr als 70 Organisationen, zum Beispiel das Rote Kreuz, Palästina und Interpol, aber auch Banken und Handelsvereinigungen als ständige Beobachter bei den Vereinten Nationen akkreditiert. Elf Tage nach seiner Wiederwahl bastelt Rogge auch mit diesem Prestigeprojekt eifrig weiter an seinem Vermächtnis. Die Partnerschaft mit der UN werde damit gestärkt, so der 67-Jährige in einer ersten Reaktion, der Sport könne helfen, die Welt "besser und friedlicher" zu machen.dpa