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Eiskunstlauf-WM in Mailand
Olympiasieger wollen sich selbst schlagen

Aljona Savchenko und Bruno Massot zeigten bei den Winterspielen in Pyeongchang einen überragenden Wettkampf, dementsprechend sind die Paarläufer bei der heute beginnenden WM in Mailand klar favorisiert.
Aljona Savchenko und Bruno Massot zeigten bei den Winterspielen in Pyeongchang einen überragenden Wettkampf, dementsprechend sind die Paarläufer bei der heute beginnenden WM in Mailand klar favorisiert. FOTO: Peter Kneffel / dpa
Mailand. Die Paarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot sind klare Favoriten bei der heute beginnenden WM in Mailand.

Erschöpft, aber voll motiviert: Nach einem nicht gekannten Medienrummel, zehn Eisshows und nur fünf Tagen Wettkampftraining peilen die Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot ihren ersten gemeinsamen Titel bei Weltmeisterschaften an. „Es war stressig nach Olympia, wir hatten keine Pause. Aber alles ist machbar. Es wäre schön, mit Bruno Weltmeister zu werden“, sagt Savchenko vor ihrem Start heute in Mailand. Für die Vorjahres-Zweiten spielt es keine Rolle, dass die Titelverteidiger Sui Wenjing und Han Cong aus China wegen eines Ermüdungsbruchs der 22-Jährigen sowie die Olympia-Dritten Meagan Duhamel und Eric Radford aus Kanada zum Abschluss ihrer Karriere die Saison bereits beendet haben.

„Wir wollen uns selbst schlagen. Unser Ziel ist ein sauberes Kurzprogramm“, formuliert die 34 Jahre alte fünfmalige Weltmeisterin mit Ex-Partner Robin Szolkowy ihre Ansprüche. In der Kurzkür leistete sich der fünf Jahre jüngere Massot in Pyeongchang einen Fehler beim Salchow – die Kür war dann mit Weltrekord nicht zu toppen. „Bei der WM geht es vielleicht noch besser“, meint Massot.

„Der Titel wäre eine Riesensache, aber leicht wird es nicht. Die nachrückenden Teams wittern ihre Chance“, sagt Alexander König. Deshalb hätten seine „Kinder“, wie der ehemalige Berliner Paarläufer seine Schützlinge liebevoll nennt, in den fünf Tagen in Oberstdorf nach der Tournee durch die Schweiz ordentlich Gas gegeben: „Sie waren fleißig. Sie sind fit.“



Savchenkos lädierter Fuß schmerzt weniger als in Südkorea, Massots Rücken hält derzeit – auch wenn sich beide nach einer Pause sehnen. Während viele Konkurrenten Urlaub oder Regeneration vorziehen, quälen sich Savchenko und Massot noch einmal. „Unsere Familien und Freunde kommen mit, sie konnten in Korea nicht dabei sein. Für sie und unsere Fans laufen wir, um sie alle zufriedenzustellen“, erzählt Savchenko. Erst nach den Titelkämpfen will sich das Duo mit König zusammensetzen und überlegen, ob sie noch ein, zwei Jahre im Wettkampfmodus bleiben oder nur noch lukrative Shows laufen werden. Mit dem Schweizer Oliver Höner von der Show „Art on Ice“ haben sie gerade einen Manager gefunden, der sich um Sponsoren und Auftritte kümmern wird.

Die große Aufmerksamkeit nach dem Goldcoup von Südkorea genießen die beiden und freuen sich, in Italien die Paarlauf-Legenden Hans-Jürgen Bäumler und Marika Kilius erstmals bei einem Wettkampf zu treffen. Die zweimaligen Olympia-Zweiten sind auf Einladung der ARD da, die nach der Kürentscheidung am Donnerstag (23.30 bis 0.15 Uhr) eine Sondersendung ausstrahlt. „Die sollen uns ja keinen Ärger machen“, sagt Kilius scherzend.

Beim Höhepunkt aus deutscher Sicht wollen die Berliner Annika Hocke und Ruben Blommaert ihren Olympia-Einstand mit Platz 16 bestätigen. Auch für die deutschen Meister Nicole Schott, Paul Fentz und die Oberstdorfer Eistänzer Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis geht es darum, sich für den nächsten olympischen Zyklus zu präsentieren.