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Olsson: Ein Kandidat für die Löwen

Mannheim/Kiel. Die Rhein-Neckar Löwen ringen nach dem Rückzieher von Erfolgstrainer Zvonimir Serdarusic um einen Notfallplan und wollen sich auch im Poker um Welthandballer Nikola Karabatic nicht geschlagen geben Von Christian Hollmann und Franko Koitzsch (dpa)

Mannheim/Kiel. Die Rhein-Neckar Löwen ringen nach dem Rückzieher von Erfolgstrainer Zvonimir Serdarusic um einen Notfallplan und wollen sich auch im Poker um Welthandballer Nikola Karabatic nicht geschlagen geben. "Das wirft uns nicht um", sagte Manager Thorsten Storm vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Celje Pivovarna Lasko am Donnerstag (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet). Karabatic selbst schloss auch nach der überraschenden Absage seines kranken sportlichen Ziehvaters an die Mannheimer einen Wechsel zum badischen Bundesligisten nicht aus. "Ich werde mir jetzt Zeit lassen, um nachzudenken", schrieb das Rückraum-Ass auf seiner Internetseite und ließ damit ein klares Bekenntnis zu seinem Arbeitgeber THW Kiel vermissen. Als Serdarusic-Ersatz in Mannheim brachte sich der schwedische Nationaltrainer Staffan Olsson auch direkt ins Gespräch. "Ich traue mir das zu", sagte der 44-Jährige. Olsson betreut derzeit neben Schwedens Auswahl auch den Erstligisten Hammarby IF und sollte in der kommenden Saison unter Serdarusic als Co-Trainer bei den Löwen arbeiten. Serdarusic sagte dem Verein jedoch in dieser Woche wegen gesundheitlicher Probleme ab. "Staffan ist ein guter Typ und ein hervorragender Trainer", lobte Storm den früheren schwedischen Nationalspieler. Olsson, der in der Bundesliga sieben Jahre in Kiel spielte, und auch für den saarländischen Ex-Bundesligisten TV Niederwürzbach auflief, passt ins Anforderungsprofil. Ein "international erfahrener Trainer" (Storm) soll die Mannschaft zu einem Weltklasse-Team formen. Auch Ola Lindgren von der finanziell angeschlagenen HSG Nordhorn, der gemeinsam mit Olsson auch das schwedische Nationalteam trainiert, gilt als Anwärter auf den Chefposten. Keine Chance auf den Job hat wohl der aktuelle Löwen-Coach Wolfgang Schwenke. Er besitzt nur einen Vertrag für die laufende Spielzeit. Die Vereinsführung hält den 40-Jährigen für zu unerfahren. "Ich bin mir sicher, dass wir auch im nächsten Jahr eine tolle Lösung haben werden", versprach Storm. Eng verknüpft mit der Verpflichtung eines Klasse-Trainers dürften auch die Erfolgsaussichten im Werben um weitere Stars für das Team sein. Der als Eckpfeiler im Löwen-Konzept eingeplante Karabatic hatte seine Zusage vor allem mit der Person Serdarusic verbunden. "Was meine Entscheidung, unter ihm spielen zu wollen, betrifft, so ist die natürlich ins Wasser gefallen", stellte der 24-Jährige ernüchtert fest. Ob er seinen bis 2012 laufenden Vertrag beim deutschen Rekordmeister erfüllt, ließ er weiter offen. "Ich werde alles abwägen, bevor ich entscheide."