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Corona-Krise im Sport
Ohne Live-Sport fehlt den Anbietern die gesamte Ware

 Die Sport-Anbieter wie Sky, DAZN oder Eurosport haben durch den Wegfall der Live-Übertragungen derzeit ein ernsthaftes Problem.
Die Sport-Anbieter wie Sky, DAZN oder Eurosport haben durch den Wegfall der Live-Übertragungen derzeit ein ernsthaftes Problem. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Berlin. Sky und DAZN haben noch nicht über Kulanzregelungen für ihre Kunden entschieden. Dokumentationen ersetzen das vorgesehene Programm. dpa

Bei DAZN haben sie eine sehr eindeutige Meinung. „Scheiß Coronavirus“, twitterte der Sport-Streamingdienst, der von den Massen-Absagen von Sportveranstaltungen besonders hart betroffen ist. Die Ware, die DAZN bewirbt und verkauft, gibt es derzeit nicht mehr. Anders als beim Pay-TV-Sender Sky stehen auch nicht Serien oder Spielfilme als Alternative bereit – für die Kunden ist das ein Blackout.

„Mehr Live-Sport zeigt keiner“, stand am Montag noch auf der Startseite von DAZN. Tatsächlich gibt es notgedrungen nur Darts-Übertragungen von der Premier League, die nächste ist am Donnerstag geplant. Ansonsten behilft sich der Streaming­anbieter – wie auch Sky – mit Dokumentationen oder Aufzeichnungen. Zumindest für einen Teil der Kunden ist das kein Problem. Wer bei DAZN ein Monats-Abonnement für 11,99 Euro hat, der kann eine Vier-Monats-Pause einlegen oder sogar sofort kündigen. Bei einem Jahres-Abonnement für 119,99 Euro wird es schwierig, denn das musste zu Vertragsbeginn bezahlt werden. „Ein Jahresabo kann nicht pausiert werden“, heißt es bei DAZN.

Ob es Kulanzregelungen gibt, ist derzeit offen. Ähnlich sieht es bei Sky aus. Was das zwangsläufige Fehlen von Live-Sport für die Kunden und das Kündigen von Abonnements bedeutet, ist derzeit noch offen. Nur die Telekom reagierte bisher schnell. Weil nahezu der komplette Sport durch Absagen still steht, „können wir leider den Fans und unseren Magenta-Sport-Kunden nicht wie gewohnt packenden Live-Sport zeigen. Daher werden wir allen Magenta-Sport-Kunden zunächst den Abopreis für einen Monat erstatten“, sagte Sponsoring-Chef Henning Stiegenroth: „Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, werden wir auch danach selbstverständlich eine faire Lösung für die Kunden finden.“



Für die Telekom, die sonst Basketball, Eishockey und Drittliga-Fußball zeigt, ist das Entgegenkommen kein großes Problem. Denn Sport-Übertragungen sind – anders als bei Sky oder DAZN – nicht die wichtigste Einnahmequelle. Vor allem für DAZN könnte der Blackout beim Live-Sport dagegen ein existenzielles Problem werden, weil bei Kündigungen oder Pausen der Monats-Abonnements kein Geld in die Kassen fließt. Zwar spart der Streaminganbieter wie auch Sky teilweise die Lizenzzahlungen für die TV-Rechte, aber die laufenden Kosten bleiben vorerst.

Auch die größtenteils kostenfrei zu empfangenden Eurosport- und Sport1-Angebote sind betroffen. „Um den fehlenden Live-Sport programmlich aufzufangen, werden wir unsere Sendepläne anpassen und etliche der großen Momente noch mal in Erinnerung bringen“, heißt es dazu bei Eurosport – Sport-Klassiker statt neuer Höhepunkte eben.