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Olympische Spiele
Nur die Hockey-Asse sorgen für Lichtblick

 Bei der EM 2019 verloren die Hockey-Cracks um Florian Fuchs (links) im Spiel um Platz drei gegen die Niederlande. In Tokio sind sie aber dabei.
Bei der EM 2019 verloren die Hockey-Cracks um Florian Fuchs (links) im Spiel um Platz drei gegen die Niederlande. In Tokio sind sie aber dabei. FOTO: dpa / Frank Uijlenbroek
Berlin. Die olympischen Aussichten in den Mannschaftssportarten sind aus deutscher Sicht bescheiden. Einige Teams dürfen noch hoffen. dpa

Die Olympia-Qualifikationen der Volleyballer sind vorbei, die Europameisterschaften der Handballer und Wasserballer auch. Doch die Bilanz, wer es nach Tokio geschafft hat, ist ernüchternd. Ein Überblick über die Mannschafts-Sportarten zeigt, dass nicht mehr viele deutsche Teams die Teilnahme an den Sommerspielen in Japan erreichen können.

FUSSBALL



Männer: Die U21-Nationalmannschaft von Trainer Stefan Kuntz hat sich durch ihren Halbfinal-Einzug bei der EM 2019 qualifiziert. In Tokio tritt eine U23-Auswahl an, die Spieler müssen 1997 oder später geboren sein. Dazu darf Kuntz drei ältere Spieler nominieren. Hier wird seit Tagen wild spekuliert über Namen wie Thomas Müller, Kevin Volland oder Sandro Wagner.

Frauen: Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg verpasste durch das Aus im WM-Viertelfinale einen von drei Europa-Startplätzen. Olympia 2020 findet dadurch ohne den Goldgewinner von 2016 statt. Das ist auch für zwei Saarländerinnen bitter: Dzsenifer Marozsan (Olympique Lyon) und Lena Lattwein (TSG Hoffenheim) werden in Tokio fehlen.

HANDBALL

Männer: Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop muss vom 17. bis 19. April in Berlin ein Qualifikations-Turnier spielen. Gegner sind Schweden, Slowenien und Algerien. Die ersten beiden dürfen sich auf den Weg nach Tokio machen. Aus dem Saarland haben Yves Kunkel (MT Melsungen) und Jerome Müller (Eulen Ludwigshafen) minimale Chancen, einen Platz im deutschen Kader zu erhalten.

Frauen: Die deutschen Handballerinnen werden nicht dabei sein. Der achte Platz bei der WM im Dezember reichte nicht, um an einem Qualifikationsturnier für Olympia teilnehmen zu können. Der siebte Rang hätte dafür genügt.

BASKETBALL

Männer: Die deutschen Männer haben durch das Vorrunden-Scheitern bei der WM in China das direkte Ticket verpasst, aber den Sprung zu einem von vier Qualifikationsturnieren geschafft. Dieses müssen sie im kommenden Sommer in Split gewinnen, um nach Tokio zu dürfen. Für die Nach-Nowitzki-Generation um die NBA-Profis Dennis Schröder, Daniel Theis und Maximilian Kleber wäre es eine riesengroße Enttäuschung, wenn es mit der Teilnahme nicht klappen sollte.

Frauen: Die deutschen Frauen haben keine Chance mehr, sich für die Olympischen Spiele 2020 zu qualifizieren. Im internationalen Vergleich spielt Deutschland und die Bundesliga ohnehin unter dem Radar.

BASKETBALL 3 gegen 3

Männer: Die deutschen Männer haben die Qualifikation für Tokio verpasst.

Frauen: Die deutschen Frauen gingen bei der Vergabe der vier direkten Tickets leer aus, sind aber im März bei einem Turnier mit 20 Ländern dabei. Dabei geht es um drei weitere Plätze. Für ein weiteres, folgendes Turnier, bei dem das letzte Ticket vergeben wird, steht Deutschland noch auf der Warteliste.

HOCKEY

Männer: Die deutschen Männer lösten im vergangenen November ihr Tokio-Ticket. Beim Ausscheidungsturnier in Mönchengladbach gewannen die Hockey-Asse ihre zwei Duelle gegen Österreich.

Frauen: An gleicher Stelle setzten sich die Frauen zweimal gegen Italien durch und sind deshalb ebenso bei den Olympischen Spielen dabei.

VOLLEYBALL

Männer: Kurz vor dem Ziel verpasste die Mannschaft um Georg Grozer und den Lebacher Moritz Reichert, Kapitän des deutschen Meisters Berlin Recycling Volleys, das Olympia-Ticket. Im Finale des Qualifikationsturniers von Berlin hatten die Volleyballer gegen Frankreich (0:3) keine Chance.

Frauen: Auch die Mannschaft von Trainer Felix Koslowski spielte sich in ihrem Ausscheidungsturnier in den Niederlanden bis ins Finale – verlor dieses aber gegen die Türkei. Damit fehlen wie schon vor vier Jahren in Rio de Janeiro beide Volleyball-Nationalmannschaften bei Olympia. Deutsche Frauen nahmen letztmals 2004 teil.

BEACHVOLLEYBALL

Männer: 15 der 24 Startplätze werden über die Weltranglisten-Platzierung am 15. Juni 2020 vergeben. Die Vize-Weltmeister Julius Thole und Clemens Wickler stehen in der vorläufigen Rangliste weit vorne und haben sich praktisch schon qualifiziert. Weitere Tickets für Tokio werden über Qualifikationsturniere vergeben.

Frauen: Die Qualifikation verläuft bei den Frauen genau wie bei den Männern. Vor allem Karla Borger und Julia Sude sowie Olympiasiegerin Laura Ludwig und ihre Partnerin Margareta Kozuch dürfen nach aktuellem Stand auf Tokio hoffen. Maximal können sich jeweils zwei Männer- und zwei Frauen-Teams aus Deutschland qualifizieren.

WASSERBALL

Männer: Die deutschen Wasserballer hoffen nach Platz neun bei der Europameisterschaft in Budapest weiter auf Tokio. Voraussichtlich im Februar entscheidet sich, ob das Team von Bundestrainer Hagen Stamm als Nachrücker einen Startplatz für ein Olympia-Qualifikationsturnier Ende März in Rotterdam erhält.

Frauen: Die deutschen Frauen belegten bei der EM den vorletzten Platz. Wie die Männer könnten auch sie jedoch – zumindest rein theoretisch – noch in ein Qualifikationsturnier nachrücken.

BASEBALL / SOFTBALL

Männer (Baseball): Die deutschen Männer haben die Olympia-Teilnahme nicht geschafft. Bei der EM in Bonn kamen sie nicht unter die besten fünf Teams und verpassten dadurch das Qualifikations-Turnier für Tokio.

Frauen (Softball): Das Softball-Team fährt nicht nach Tokio. Die Mannschaft konnte kein Ticket für das Qualifikationsturnier lösen.

RUGBY

Männer/Frauen: Beide Teams sind in der Ausscheidung gescheitert. Die Männer im Viertelfinale an Irland, die Frauen schon in der Vorrunde.

 Die deutschen Beachvolleyballerinnen Margareta Kozuch (links) und Laura Ludwig liegen voll auf Olympia-Kurs.
Die deutschen Beachvolleyballerinnen Margareta Kozuch (links) und Laura Ludwig liegen voll auf Olympia-Kurs. FOTO: dpa / Christian Charisius
 NBA-Profi Dennis Schröder und die deutschen Basketballer haben nach der schwachen WM noch eine letzte Olympia-Chance.
NBA-Profi Dennis Schröder und die deutschen Basketballer haben nach der schwachen WM noch eine letzte Olympia-Chance. FOTO: dpa / Swen Pförtner