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1. FC Kaiserslautern
Noch ist Dampf auf dem Kessel

Kaiserslautern. Der 1. FC Kaiserslautern kommt der Rettung im Existenzkampf der 2. Liga nicht näher. Aber aufgegeben hat sich der Club nicht.

(dpa/red) Für den 1. FC Kaiserslautern rückt der Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga immer näher doch damit abfinden wollen sich die Roten Teufel nicht. „Es ist noch nicht vorbei“, sagte Trainer Michael Frontzeck nach dem in Unterzahl erkämpften 1:1 (0:0) gegen den FC St. Pauli. Der Punkt war zwar gut für die Moral, hilft dem Tabellenschlusslicht aber nicht wirklich weiter. Vorerst beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz weiter fünf Zähler. Bei einem Sieg von Erzgebirge Aue im Kellerduell gegen Greuther Fürth am heutigen Montagabend würde der Abstand zum rettenden Ufer – und selbst zum Relegationsplatz – jedoch auf acht Zähler anwachsen.

Es scheint also, als würden sich die Pfälzer nicht mehr für ihre Aufholjagd in den vergangenen Wochen belohnen können. Trotz 14 Punkten aus zehn Rückrundenspielen – vier Zähler mehr als in der gesamten Hinserie – ist die Rettung fern. „Leider sieht es so aus, dass der eine Punkt zu wenig ist. Das werden wir aber erst am Ende der Saison wissen“, sagte Halil Altintop, der nach seiner siebten Einwechslung den ersten Scorerpunkt in Form einer Torvorlage erzielen konnte.

Nachdem die Lauterer gegen den Kiez-Club im ersten Durchgang noch die größeren Spielanteile hatten, mussten sie nach der Pause dem hohen Aufwand der vergangenen Spiele Tribut zollen. Die Hamburger wirkten spritziger und in den entscheidenden Momenten wacher. So auch in der 71. Minute, als Lauterns Abwehrchef Jan-Ingwer Callsen-Bracker nach einer Notbremse an Sami Allagui die Rote Karte sah. Aziz Bouhaddouz verwandelte den fälligen Strafstoß. „Ich ziehe ihn, hatte aber das Gefühl, dass das Foul außerhalb des Strafraums war“, sagte der Abwehrchef der Pfälzer, der seiner Mannschaft mindestens ein Spiel fehlen wird. „Hoffentlich bleibt es bei einem Spiel“, ergänzte Callsen-Bracker. Joker Lukas Spalvis (84.) rettete zumindest noch einen Punkt. „Ich habe gar nicht mitbekommen, wie der Schiedsrichter den Ball freigegeben hat. Und dann hat Halil Altintop gesagt: Komm Junge, mach ein Tor. Ich stand alleine vor dem Keeper und dann war es nicht mehr so schwer“, erklärte Spalvis die Situation. „Es wäre bei dem Aufwand, den die Mannschaft betrieben hat, bitter gewesen, wenn wir das Spiel verloren hätten“, betonte Frontzeck.



Dank der Länderspielpause haben die Pfälzer nun etwas länger Zeit, die Akkus für den Endspurt der Saison noch einmal aufzuladen. Mit dem drohenden Abstieg will sich schließlich niemand abfinden. Doch wenn die finale Phase beim Gastspiel in Duisburg am 31. März eingeleitet wird, lastet mehr Druck denn je auf den Schultern der Roten Teufel. „Man merkt den Spielern an, dass es um sehr viel geht. Das hemmt automatisch auch im Unterbewusstsein“, räumte Routinier Altintop ein.

Immerhin wurde der Schulterschluss mit den Fans wiederhergestellt. Die 32 243 Zuschauer, die am Samstag ins Fritz-Walter-Stadion pilgerten, bedeuteten eine Rekordkulisse für diese Spielzeit. Der Zusammenhalt war wieder spürbar, insbesondere nach dem Ausgleichstreffer bebte der Betzenberg wie zu besseren Tagen. „Die Region steht zusammen und hat noch nicht aufgegeben“, sagte Callsen-Bracker. Zumindest das macht Hoffnung.