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Neureuther reicht ein vierter Platz für Sieg im Gesamtweltcup

Méribel. Felix Neureuther weiß nur zu gut, wie es sich anfühlt, wenn der Lebenstraum nicht in Erfüllung geht. Vor einem Jahr kam er nach Lenzerheide in der Schweiz, er führte im Slalom-Weltcup mit fünf Punkten Vorsprung vor Marcel Hirscher aus Österreich und musste nach Rang zwei im letzten Rennen hinter seinem großen Rivalen ohne die kleine Kristallkugel heimfahren. sid

Den Gewinn der kleinen Kristallkugel im Slalom hat Neureuther als "Lebenstraum" bezeichnet. An diesem Sonntag (von 9 Uhr an/ARD und Eurosport) könnte dieser nun endlich in Erfüllung gehen. Neureuther hat dieses Mal 55 Punkte Vorsprung vor Hirscher; sollte der Rivale wie im vergangenen Jahr das letzte Rennen der Saison gewinnen, dann reicht Neureuther ein vierter Rang. "Wenn der Felix seinen Job macht, dann ist gegen ihn kein Kraut gewachsen", behauptet Hirscher.

Neureuther ist nicht immer so cool, wie er gerne vorgibt zu sein oder es gerne sein will. Beim Slalom am vergangenen Sonntag im slowenischen Kranjska Gora verhunzte Hirscher den ersten Lauf, und prompt fuhr Neureuther, die Vorentscheidung greifbar nahe, schlecht wie seit Jahren nicht. Er wirkte ein bisschen genervt vom Bohei um die kleine Kristallkugel, tat so, als verschwende er daran keinen Gedanken. Was selbstverständlich nicht stimmt. Es geht hier schließlich um seinen Lebenstraum.

"Natürlich ist es unser Ziel, dass Felix die Disziplinwertung für sich entscheidet", sagt auch Mathias Berthold, Cheftrainer der deutschen Männer. Eine Kristallkugel für einen deutschen Ski-Rennläufer hat großen Seltenheitswert: Nur Markus Wasmeier (1986/Super-G) und Armin Bittner (1989 und 1990/Slalom) haben eine gewonnen.