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1. FC Kaiserslautern
„Glanzvolle Zeiten reaktivieren“: Voigt will FCK aus Krise führen

Kaiserslautern. Soeren Oliver Voigt, der neue Geschäftsführer des 1. FC Kaiserslautern soll den Krisenclub sportlich wie wirtschaftlich stabilisieren. Die Zeit ist der kritische Faktor.

Unaufgeregt und souverän präsentierte sich Soeren Oliver Voigt am Donnerstag als neuer Geschäftsführer des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Beides sind Eigenschaften, die er in seinem neuen Job gut gebrauchen kann. Denn beim Traditionsverein steht der frühere Braunschweiger vor einer Mammutaufgabe: Der 50-Jährige will dem sportlich wie wirtschaftlich abgestürzten viermaligen deutschen Meister wieder auf die Beine helfen. Sein Vertrag läuft zunächst bis zum Sommer 2022.

„Für Wunder bin ich nicht verantwortlich. Ich wäre aber nicht angetreten, wenn ich nicht daran glauben würden, den Verein Schritt für Schritt voranzubringen“, sagte Voigt am Donnerstag.

Seine Priorität liegt zunächst im finanziellen Bereich. Die hoch verschuldeten Pfälzer benötigen zeitnah mehrere Millionen Euro, um den Spielbetrieb über den Sommer hinaus aufrecht zu erhalten. „Ich werde mir zunächst ein Bild der Gesamtsituation machen. Die wichtigste Aufgabe wird dann die Lizenzierung sein. Da warten einige Anstrengungen auf uns. Wir wissen aber um die Hürden“, sagte Voigt.



Doch der gebürtige Dortmunder hat nicht nur das wirtschaftliche Ressort zu verantworten, sondern auch im sportlichen Bereich das Sagen. Die vorherige Doppelspitze in der Geschäftsführung um Martin Bader (Sport) und Michael Klatt (Finanzen) fiel den Sparzwängen zum Opfer. „Entscheidend war die Vita von Herrn Voigt. Er ist für uns die Idealbesetzung. Er kommt aus der Branche und hat sowohl im sportlichen als auch im finanziellen Bereich Verantwortung getragen. Aus seinen Kompetenzen hat sich somit ergeben, dass wir nur einen Geschäftsführer benötigen“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler.

Voigt war von 2007 bis Ende Januar 2019 bereits in gleicher Position beim Ligakonkurrenten Eintracht Braunschweig tätig. Viele der Baustellen, die ihn jetzt beim FCK erwarten werden, kennt er bereits aus Niedersachsen – wenn auch in kleinerer Dimension. Zudem war er von 2016 bis 2018 sowohl Mitglied des Präsidiums der Deutschen Fußball-Liga (DFL) als auch im Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Seine Vernetzung soll Voigt nun helfen, den hoch verschuldeten Traditionsverein zu sanieren. Ohne einen solventen Investor wird dies jedoch nicht gelingen. Letztlich wird sich der neue Geschäftsführer auch an dieser Suche messen lassen müssen. Denn nur so kann er sein langfristiges Ziel erreichen: „Der FCK muss mindestens in der 2. Liga spielen. Wenn nicht sogar noch höher. Es gibt so ein großes Potenzial hier. Wir wollen die schönen und glanzvollen Zeiten reaktivieren. Der Verein hat zwar große Probleme, bietet aber noch größere Chancen“, so Voigt. Die Realität verliert er dabei aber nicht aus den Augen, denn er weiß, „das alles passiert nicht von heute auf morgen“.