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3. Fußball-Liga
Neue Unruhe kostet „uns zu viel Aufmerksamkeit“

 Unruhige Zeiten für die Verantwortlichen des FCK (von links): Klaus Drach, Direktor Marketing und Vertrieb, Aufsichtsrats-Chef Patrick Banf, Geschäftsführer Martin Bader und Michael Klatt, der Vorstandsvorsitzende.
Unruhige Zeiten für die Verantwortlichen des FCK (von links): Klaus Drach, Direktor Marketing und Vertrieb, Aufsichtsrats-Chef Patrick Banf, Geschäftsführer Martin Bader und Michael Klatt, der Vorstandsvorsitzende. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern. Der Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern muss seine Finanzlücke schließen. Gerüchte um Investor und neuer Ausrüster-Deal. dpa

(dpa) Am Betzenberg geht es drunter und drüber. Spekulationen über einen Einstieg des russischen Geschäftsmannes Mikhail Ponomarev haben beim finanziell angeschlagenen Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern für große Unruhe gesorgt. Nach Informationen des Südwestrundfunks und der Rheinpfalz soll der Präsident und Investor des Drittliga-Rivalen KFC Uerdingen an einem Engagement beim viermaligen deutschen Meister Interesse haben (wir berichteten).

Ponomarev selbst dementierte das Gerücht eines möglichen Einstiegs und bestritt, bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet zu haben. „Da ist nichts dran. Das sind nur Gerüchte“, sagte der Unternehmer der „Rheinischen Post“. „Ich kann und werde es nicht kommentieren. Das ist Thema des Aufsichtsrates“, erklärte Lautern-Geschäftsführer Martin Bader auf Nachfrage. Dem FCK fehlen derzeit rund zwölf Millionen Euro, um die Lizenz für die kommende Spielzeit zu sichern. Er steht mit dem Rücken zur Wand.

Nach den Medienberichten soll Ponomarev bereit sein, bis zu 30 Millionen Euro in die 2018 gegründete FCK GmbH & Co. KGaA zu investieren. Doch bis zu welchem Grad Ponomarev überhaupt in Kaiserslautern investieren und Einfluss nehmen kann, wird von den Regularien des DFB vorgegeben, die ein zu großes Mitspracherecht eines Investors bei mehreren Clubs verbieten.



Seit Sommer 2016 steht der 43-jährige Ponomarev an der Spitze des KFC Uerdingen und hält dort 97,5 Prozent der Anteile an der Fußball GmbH. Über einen möglicher Einstieg des Russen soll auch im Aufsichtsrat der Pfälzer Uneinigkeit herrschen. Nach SWR-Informationen hat sich im fünfköpfigen Gremium bereits eine Mehrheit gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Patrick Banf gebildet. Über den Banf ist bekannt, dass er zu mächtigen Großinvestoren kritisch gegenübersteht.

Die Unruhen und Machtproben innerhalb des Vereins nehmen damit weiter kein Ende. Bereits am 22. Dezember wurde Vereinsvorstand Rainer Keßler nach Differenzen mit der Geschäftsführung vom Aufsichtsrat abberufen. Ein Nachfolger soll bis Ende Januar präsentiert werden. „Die Vereine, die ihre Probleme hinter verschlossenen Türen diskutieren, sind meist erfolgreicher. Es ist schade, dass das nun wieder öffentlich diskutiert und spekuliert wird“, betonte Geschäftsführer Bader: „Das lenkt vom sportlichen ab und kostet uns leider zu viel Aufmerksamkeit. Was wir uns aber eigentlich nicht leisten können.“

Parallel zum Einstieg möglicher Investoren prüfen die Lauterer weitere Alternativen, um die Finanzlücke zu schließen. Finanzchef Michael Klatt beschäftigt sich sowohl mit der Auflage einer neuen Fan-Anleihe als auch einer Zwischenfinanzierung auf Kreditbasis. Einen Erfolg vermeldete der FCK am Freitag. Er wechselt im Sommer den Ausrüster – von Uhlsport zu Nike. Und er erhält laut Medienberichten für den Fünfjahresvertrag 3,5 Millionen Euro. Im Aufstiegsfall soll sich die Summe sogar verdoppeln.

Auch die Mannschaft hat ein Erfolgserlebnis gesammelt und im zweiten Testspiel der Wintervorbereitung den ersten Sieg eingefahren. Gegen eine chinesische U-25 Auswahl gelang der Truppe von Trainer Sascha Hildmann im Trainingslager in Malaga ein 1:0-Erfolg. Am vergangenen Montag hatte sich der FCK dem ungarischen Meister MOL Vidi FC noch mit 0:2 geschlagen geben müssen. Bevor die Pfälzer am 26. Januar gegen die SG Sonnenhof Großaspach in die verbleibenden Spiele der Rückrunde starten, steht am Dienstag (14.30 Uhr) die Generalprobe gegen den Regionalligisten FC Homburg auf dem Programm.