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Nations League
Der 2:1-Sieg wird zur großen Sause

Olivier Giroud (vorn) bejubelt mit Kylian Mbappé und Benjamin Mendy (rechts) sein Tor zum 2:1 des Weltmeisters über die Niederlande.
Olivier Giroud (vorn) bejubelt mit Kylian Mbappé und Benjamin Mendy (rechts) sein Tor zum 2:1 des Weltmeisters über die Niederlande. FOTO: dpa / Thibault Camus
St. Denis. Frankreich feiert nach dem Erfolg gegen die Niederlande mit dem Heim-Publikum erneut den WM-Titel. sid

Der Sonntag wurde zum großen französischen Fußball-Feiertag. Nach dem 2:1 (1:0)-Sieg gegen die Niederlande und den Jubelchören der 80 000 Zuschauer im Stade de France von St. Denis war die fehlende Fannähe bei der Parade der französischen Weltmeister direkt nach der Rückkehr aus Moskau endgültig vergessen. Viele Anhänger von Les Bleus waren seinerzeit enttäuscht gewesen, weil eine große Party mit der Équipe Tricolore nicht stattfand.

„Damals waren so viele Sicherheitsleute um unseren Bus herum. Wir konnten nicht wirklich mit unseren Fans feiern“, sagte Starspieler Paul Pogba rückblickend auf den mäßigen WM-Empfang. Auch Weltmeister Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart bestätigte: „Erst dieser Abend hatte wirklich ein wunderbares Ambiente.“ Umso wichtiger war es für die Gastgeber, nach dem 0:0 in München gegen die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes gegen Oranje drei Punkte einzufahren. „Wir wollten die totale Party. Ohne einen Sieg wäre diese Nacht nicht so stimmungsvoll geworden“, sagte Olivier Giroud. Dem Torjäger gelang in der 75. Minute der Treffer zum 2:1-Endstand – der erste nach einer 846-minütigen Torflaute.

Trainer Didier Deschamps ließ sich nicht nur für den WM-Triumph in Russland feiern, er genoss auch den wichtigen Erfolg gegen die Niederlande, die zuletzt vor 49 Jahren gegen einen Weltmeister verloren hatten. Nun könnte schon ein Heimsieg in beliebiger Höhe am 16. Oktober (20.45 Uhr/ARD) gegen Deutschland im Stade de France ausreichen, um sich für die Finalrunde der neuen Nations League im Juni 2019 zu qualifizieren.



Soweit allerdings wollten seine Schützlinge im heiteren Trubel nach dem Schlusspfiff nicht vorausdenken, sie freuten sich unbändig über die nicht enden wollende Begeisterung des Publikums. „Das ist ein Tag, an den wir uns immer erinnern werden“, sagte Giroud schwärmerisch. Antoine Griezmann ergänzte: „Die Fans waren genauso verrückt wie wir. Darauf hatten wir uns gefreut.“

Die Gäste hätten sich über ein nicht einmal unverdientes Unentschieden gefreut, stehen nach ihrer Auftaktniederlage schon beim Heimspiel am 13. Oktober (20.45 Uhr/ZDF) in Amsterdam gegen das DFB-Team erheblich unter Druck. Ohne die zurückgetretenen Altstars wie Wesley Sneijder, Robin van Persie, Arjen Robben und Rafael van der Vaart mangelte es der Elftal gegen Frankreich schlicht und ergreifend an internationaler Routine. „In dieser Besetzung war diese Partie definitiv eine Herausforderung“, meinte Bondscoach Ronald Koeman.