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Fußball
Jetzt kann die EM 2020 kommen

 Torschützen unter sich: Leon Goretzka (links) und Toni Kroos steuerten insgesamt drei Treffer zum 4:0-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Weißrussland bei.
Torschützen unter sich: Leon Goretzka (links) und Toni Kroos steuerten insgesamt drei Treffer zum 4:0-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Weißrussland bei. FOTO: dpa / Marius Becker
Mönchengladbach. Nationalmannschaft besiegt Weißrussland mit 4:0 und bucht das Ticket. Waldschmidt verletzt, Hector hofft auf Einsätze. dpa

Das Ticket ist gebucht, jetzt ist Joachim Löw gefordert: Mit einem 4:0 (1:0) gegen Weißrussland schaffte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen Spieltag vor Qualifikationsabschluss den erwarteten Sprung zu Europameisterschaft 2020. Matthias Ginter von Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach stellte mit seinem ersten Länderspieltor (41. Minute) in seinem Heimstadion am Samstag die einseitige Partie gegen den Außenseiter auf Sieg. In der zweiten Halbzeit legten Leon Goretzka (49.) und Toni Kroos (55. und 83.) nach und sicherten die 13. deutsche EM-Teilnahme. Kapitän Manuel Neuer erwies sich dazu mit einem gehaltenen Elfmeter als sicherer Rückhalt. Trotz des klaren Ergebnisses kam bei nur 33 164 Fans im Borussia-Park aber nur selten EM-Stimmung auf.

Im letzten Spiel an diesem Dienstag in Frankfurt gegen Nordirland (20.45 Uhr/RTL) kann sich das DFB-Team (jetzt 18 Punkte) nun sogar noch den Gruppensieg sichern, da der bisherige Spitzenreiter Niederlande (16) über ein 0:0 in Nordirland nicht hinauskam. Für die Briten (13) war das Unentschieden allerdings zu wenig, sie müssen nun als Dritter auf die Playoffs im März kommenden Jahres hoffen. Löw muss bis zum ersten EM-Spiel am 16. Juni in München nun im Schnellverfahren seine junge Mannschaft in eine Verfassung bringen, um die Topnationen herausfordern zu können. Für Löw wird es das siebte große Turnier als verantwortlicher Trainer sein, womit er Helmut Schön (6) endgültig hinter sich lässt.

„Ich bin sehr zufrieden. Die Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht. Umbruch, junge Mannschaft, sie haben es gut gelöst“, lobte Bundestrainer Löw, der zum 180. Mal an der Seitenlinie stand. Nun sei das Ziel, auch nach dem letzten Spiel Tabellenführer zu sein. „Es war unser großes Ziel, heute schon die Quali klarzumachen“, sagte Ginter, der am Samstag zu den großen Gewinnern zählte. „Im Verein läuft es ganz gut, hier auch. Ich kann mich momentan nicht beschweren“, ergänzte der Abwehrspieler. Zufrieden war auch Kroos: „Es fehlt noch etwas Erfahrung, aber wir bekommen gewisse Abläufe immer besser rein.“



Löw hatte schon vor dem Spiel festgelegt, dass am Dienstag Neuers Rivale Marc-André ter Stegen im Tor stehen wird. In der Abwehr avanciert Ginter nach dem Ausfall von Niklas Süle zum Abwehrchef. Daneben kam der gebürtige Kaiserslauterer Robin Koch (SC Freiburg) zu seinem zweiten Länderspiel-Einsatz, da der Leverkusener Jonathan Tah seine Verletzung noch nicht richtig auskuriert hatte. Eine Alternative ist auch der Berliner Niklas Stark, der nach seinem Nasenbeinbruch nicht eingesetzt wurde. Auf den Außenbahnen hinterließ der Leipziger Lukas Klostermann den besseren Eindruck als Nico Schulz. Pech hatte Luca Waldschmidt: Bei einem Zusammenprall mit Gäste-Torwart Alexander Gutor zog sich der Freiburger Stürmer eine Mittelgesichtsfraktur mit Gehirnerschütterung sowie eine Verletzung am rechten Knie und Sprunggelenk zu, er wird lange pausieren müssen.

Der Kölner Jonas Hector muss sich aktuell mit einer Reservistenrolle zufrieden geben. Seit einem Jahr wurde er nicht mehr aufgestellt, hofft aber dennoch auf weitere Einsätze. „Sonst wäre ich nicht dabei“, sagte der 29-Jährige: „Es gab Zeiten, da war ich der einzige Linksverteidiger. Da konnte ich mich nicht beschweren. Jetzt sind wir zu dritt, das ist eine extreme Herausforderung, wenn man hinten ansteht.“