| 23:11 Uhr

WM 2018 in Russland
Manuel Neuer fährt nur als Nummer eins mit

Eppan. Bundestrainer Löw legt sich in der Torhüter-Frage fest. Heute Test gegen die U20.

Den entspannten Sonntag mit Yoga, Mountainbike und Hotelpool konnte Manuel Neuer in der Südtiroler Bergwelt genießen. Besser hätte die Startphase im WM-Vorbereitungslager für den Kapitän des Fußball-Nationalteams nicht laufen können. Der Ausnahme-Torhüter zeigte sich nach acht Monaten Verletzung auf dem Platz in erstaunlicher Verfassung. Auch eine MRT-Kontrolle zeigte keine Auffälligkeiten am drei Mal gebrochenen linken Mittelfuß. Und so überraschte Joachim Löw mit einer Grundsatzentscheidung für die WM: Neuer wird in Russland als Nummer 1 auflaufen – oder gar nicht.

Der Zeitpunkt von Löws Ansage dürfte auch Neuers Stellvertreter Marc-André ter Stegen verblüfft haben. Der Profi vom FC Barcelona war erst einen Tag vor dem klaren Votum des Bundestrainers pro Neuer nach Eppan gekommen. „Ich hätte volles Vertrauen“, versicherte der Bundestrainer ter Stegen für den Fall, dass bei seiner Nummer eins doch noch etwas passieren könnte. Doch WM-Neuling ter Stegen wisse auch, „wenn Manuel gesund ist, hat er einen kleinen Vorteil“. Seit einer Fuß-Operation im September 2017 hat der Kapitän keinen Wettkampf mehr bestritten. Heute im ersten Übungsspiel in Eppan gegen die deutsche U20-Auswahl soll der mehrmalige Welttorhüter erste Spielpraxis sammeln. Das Länderspiel gegen Österreich am kommenden Samstag wird dann zur entscheidenden Praxis-Prüfung. „Und wenn er dann dabei sein wird, wird er sicherlich spielen“, sagte Löw.

Für den Bundestrainer läuft die bisherige Vorbereitung auf das WM-Abenteuer in Russland so, „wie ich mir das vorstelle“. Er ruht vor seinem sechsten großen Turnier in sich. Alle Spieler bis auf Jérôme Boateng sind inzwischen körperlich „auf einem Level“, sagt Löws Assistent Marcus Sorg zufrieden Dazu exportierte Toni Kroos mit seinem vierten Champions-League-Sieg ein weiteres Stück Optimismus ins Südtiroler DFB-Teamhotel.



Die Spieler von Routinier Sami Khedira von Juventus Turin bis zum Leipziger WM-Neuling Timo Werner versprühen im Trainingscamp drei Wochen vor dem WM-Ernstfall am 17. Juni gegen Mexiko ohnehin Vorfreude. „Es ist ein erfrischender Konkurrenzkampf, der die ältere Spieler pusht“, sagte Khedira.