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200. Sieg
Kuntz genießt „klasse Jahr“ - Waldschmidt heiß auf EM

Torschütze Luca Waldschmidt (l) jubelt mit seinen Teamkollegen Maximillian Eggestein (r) und Janni Serra (M). Foto: Cèzaro De Luca
Torschütze Luca Waldschmidt (l) jubelt mit seinen Teamkollegen Maximillian Eggestein (r) und Janni Serra (M). Foto: Cèzaro De Luca FOTO: Cèzaro De Luca
Reggio Emilia. Die Umarmung von Stefan Kuntz für Matchwinner Luca Waldschmidt fiel besonders lange aus. Von Christian Kunz, dpa

„Wir schließen das Jahr ungeschlagen ab. Das war ein klasse Jahr für die U21. Diese Bilanz macht mich als Trainer sehr stolz“, sagte der 56-Jährige nach dem 2:1 im letzten Länderspiel des Jahres in Italien. „Die Mannschaft hat es in den vergangenen Monaten überragend gemacht und ist auf einem tollen Weg zur Turnierform.“ Der umkämpfte Erfolg im zum EM-Härtetest ausgerufenen Klassiker steigerte beim Europameister die Lust auf die Endrunde in sieben Monaten noch etwas mehr.

„Wir freuen uns auf die EM nächstes Jahr und dann ist auch bisschen besseres Wetter in Italien“, sagte der Freiburger Waldschmidt, der das Spiel mit seinem Doppelpack nach Rückstand gedreht hatte. In den Stadionkatakomben in Reggio Emilia flachste er mit dem ebenfalls starken Dortmunder Mahmoud Dahoud, der in einem EM-Stadion auch schon die Endrunde vom 16. bis 30. Mai in Italien und San Marino ins Visier nahm. „Wir haben sehr viel Lust auf die EM. Wir sind sehr heiß drauf“, sagte 22-Jährige. 22:2-Tore und sieben Siege in acht Spielen lassen auf neue Erfolge hoffen.

Die Azzurrini waren am Montagabend bei ungemütlichen Temperaturen ein weitaus härterer Gegner als die drei Tage zuvor mit 3:0 bezwungenen Niederländer. Echte Gradmesser werden auch im kommenden Jahr die Engländer und bei einem voraussichtlich weiteren Test die Franzosen sein. „Man hat gesehen, dass Leidenschaft und Moral bei uns stimmen. Ich glaube, das ist sehr wichtig für ein Turnier“, befand Schalkes Torhüter Alexander Nübel, der in der Schlussphase den Sieg mit einer starken Parade sicherte. „Man hat gesehen, dass wir einen großen Schritt gemacht haben.“



Am Freitag werden in Bologna die Gruppen ausgelost, danach kann die Quartierfrage entschieden werden. Dazu werden Kuntz und sein Stab die reichlich vorhandenen EM-Kandidaten in den kommenden Monaten intensiv beobachten. „Wir werden eng an den Spielern dran sein“, sagte Kuntz.

Bei der Nominierung des Kaders, der den Titel von 2017 erfolgreich verteidigen soll, ist dann das Votum von Bundestrainer Joachim Löw entscheidend. „In dem Moment, wo Jogi sagt, er braucht die Spieler und sie können oben spielen, sind sie auch dort“, sagte Kuntz. „Grundsätzlich ist es unser Job, A-Nationalspieler auf ihrem Weg zu begleiten oder ihnen etwas mitzugeben.“

Potenzielle U21-Spieler wie Leroy Sané, Julian Brandt und Timo Werner sind dem Nachwuchsbereich längst entwachsen. Bei Kai Havertz, Jonathan Tah oder Thilo Kehrer gelten möglicherweise andere Kriterien. „Joachim Löw wird entscheiden, welchem Spieler eventuell Turniererfahrung als Führungsspieler oder als Kapitän noch gut tut“, sagte Kuntz.

Alles geschehe mit Blick auf die EM 2020 der A-Nationalmannschaft, führte der U21-Trainer aus. „Aber es sind noch sechs Monate, da fließt noch viel Wasser durch alle Flüsse“, sagte Kuntz. 2017 fiel die Entscheidung bestens aus: Die U21 holte den Titel, ebenso das junge Confed-Cup-Team.