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U21-Europameisterschaft in Italien
Waldschmidt und Amiri lassen die U21 jubeln

  Zweimal Doppelpack alla Bolognese: Nadiem Amiri (ganz rechts) und Luca Waldschmidt (ganz links) teilten sich beim 4:2-Halbfinalsieg der U21-Nationalmannschaft gegen Rumänien die deutschen Tore auf. Durch seine beiden Treffer in Bologna schraubte der Freiburger Waldschmidt sein Torkonto bei der EM auf sieben (in vier Spielen) in die Höhe.
Zweimal Doppelpack alla Bolognese: Nadiem Amiri (ganz rechts) und Luca Waldschmidt (ganz links) teilten sich beim 4:2-Halbfinalsieg der U21-Nationalmannschaft gegen Rumänien die deutschen Tore auf. Durch seine beiden Treffer in Bologna schraubte der Freiburger Waldschmidt sein Torkonto bei der EM auf sieben (in vier Spielen) in die Höhe. FOTO: dpa / Cezaro De Luca
Bologna. Kraftakt: U21-Nationalmannschaft gewinnt EM-Halbfinale gegen Rumänien nach 1:0-Führung und 1:2-Rückstand durch späte Treffer 4:2. sid

Geführt, gepatzt und doch gewonnen: Die deutsche U21-Nationalmannschaft ist in der Hitze von Bologna dank der Doppelpacker Luca Waldschmidt und Nadiem Amiri erneut ins Finale der Europameisterschaft eingezogen. In einem dramatischen Spiel rang das Team des DFB-Trainers Stefan Kuntz gestern Abend Außenseiter Rumänien dank einer starken zweiten Halbzeit mit 4:2 (1:2) nieder und kann am Sonntag gegen Spanien, das Frankreich deutlich mit 4:1 bezwang, zum dritten Mal den EM-Titel gewinnen.

Waldschmidt vom SC Freiburg per Foulelfmeter (51.) und per Freistoß in der 90. Minute sorgte nach der Pause für die Wende. Der Hoffenheimer Amiri (21./90.+4) traf ebenfalls doppelt. Nach Amiris 1:0 hatte das DFB-Team zeitweise die Kontrolle verloren und war durch zwei Treffer von George Puscas per Foulelfmeter (26.) und Kopfball (44.) sogar in Rückstand geraten.

„Ich glaube, in der ersten Halbzeit waren wir nicht so gut da. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gespielt“ sagte Waldschmidt, der mit nun sieben Treffern den Turnierrekord des Schweden Marcus Berg einstellte. Von einem „Auswärtsspiel“ hatte Kuntz gesprochen, 10 000 der 16 211 Zuschauer drückten den Rumänen die Daumen. In der hitzigen Atmosphäre behielt das deutsche Team aber kühlen Kopf, ließ sich auf keine Scharmützel ein und hatte zunächst mehr vom Spiel. Allerdings fehlte es bei 37 Grad Celsius auf beiden Seiten an Tempo.



Das sollte sich schnell ändern. Rumänien erwies sich als deutlich zäher, laufstarker und technisch versierter Gegner, der den Deutschen alles abverlangte. Nach einer Trinkpause in der 15. Minute marschierte der in die Startelf gerückte Hoffenheimer Amiri nahezu ungestört durch das Mittelfeld, ließ sich auch von einem Trikotzupfer nicht stören und traf aus 17 Metern mit einem Flachschuss ins linke Eck. Amiri ersetzte Marco Richter, der dreimalige EM-Torschütze des FC Augsburg saß angeschlagen auf der Bank.

Die Führung hielt aber nicht lange. Nach einem Foul von Timo Baumgartl an Ianis Hagi, Sohn von Fußball-Legende Gheorghe Hagi, ließ Schiedsrichter Orel Grinfeld aus Israel das Spiel zunächst laufen. Nach Ansicht der Videobilder entschied er aber doch auf Elfmeter, Puscas verwandelte mit etwas Glück. Im vierten EM-Spiel musste das DFB-Team zum vierten Mal ein Gegentor durch Elfmeter hinnehmen. Anschließend verlor das DFB-Team komplett die Kontrolle. Hinten häuften sich Fehler, vorne war wenig zu sehen. Ein unnötiger Ballverlust von EM-Debütant Maximilian Mittelstädt leitete den Rückstand ein, Jonathan Tah ließ Andrei Ivan flanken, in der Mitte kam Puscas zum Kopfball. Schalke-Schlussmann Alexander Nübel war ohne Chance, bewahrte sein Team aber wenig später vor dem 1:3.

Erst zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigte sich die deutsche Mannschaft wieder konzentrierter und ballsicherer und machte viel Druck. Die Belohnung folgte prompt: Hagi riss Dahoud an der Strafraumgrenze zu Boden, Waldschmidt verwandelte ebenfalls mit etwas Glück vom Punkt. Anschließend lieferten sich beide Teams ein spannendes Duell auf Augenhöhe.