| 23:40 Uhr

Fußball-WM in Russland
Die Schweiz bezwingt die Serben

 Der Schweizer Xherdan Shaqiri, Torschütze zum 2:1-Endstand, jubelt über den Sieg.
Der Schweizer Xherdan Shaqiri, Torschütze zum 2:1-Endstand, jubelt über den Sieg. FOTO: dpa / Laurent Gillieron
Kaliningrad. Als der Schlusspfiff ertönt war, bildeten die Schweizer eine Jubeltraube um Matchwinner Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri: Die Ex-Bundesligaspieler haben das Rennen um den Einzug ins WM-Achtelfinale zu einem spannenden Dreikampf in der Gruppe E gemacht.

Nach dem 1:1 gegen Brasilien drehte die „Nati“ ihre zweite Partie gegen die unangenehmen Serben und gewann 2:1 (0:1). Damit können am letzten Spieltag alle drei Mannschaften die K.o.-Runde erreichen – nur Costa Rica, Gegner der Schweiz, ist nach zwei Niederlagen bereits chancenlos.

In einer politisch aufgeladenen Begegnung, in der Xhaka die Serben nach seinem Ausgleichstor in der 52. Minute mit der umstrittenen Doppeladler-Geste provozierte, waren die Schweizer durch einen frühen Treffer von Aleksandar Mitrovic (5.) in Rückstand geraten. Nach einer halben Stunde übernahmen sie angetrieben von Shaqiri die Initiative und zunehmend die Kontrolle über das Spiel. Der ehemalige Münchner, der die Provokation des früheren Gladbachers Xhaka wiederholte (90.), sorgte für den Sieg.

Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych (München) zeigte bei einem ersten WM-Einsatz in Russland eine tadellose Leistung. Mit zunehmender Spieldauer pfiff er etwas kleinlicher, verhinderte so aber, dass die Partie zu ruppig wurde.



Mit vier Punkten liegt die Schweiz nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter Tabellenführer Brasilien und hat den Einzug ins Achtelfinale selbst in der Hand. Serbien (drei Punkte) muss am Mittwoch wohl die Selecao schlagen, um erstmals die K.o.-Runde einer WM zu erreichen. Ein Unentschieden gegen Superstar Neymar und dessen Brasilianer reicht Serbien nur dann, wenn die Schweiz gegen Costa Rica verliert und sie danach eine bessere Tordifferenz haben.

Was immer sich die Schweizer vorgenommen hatten – nach fünf Minuten mussten sie umdenken. Der bullige Mitrovic gewann ein Kopfballduell gegen den früheren Hoffenheimer Fabian Schär, Gladbachs Torhüter Yann Sommer war chancenlos. Das Schicksal der „Nati“ schien damit bereits besiegelt: Noch keine Mannschaft hatte bei dieser WM einen Rückstand noch in einen Sieg umwandeln können. Doch die Schweizer haben bewiesen, dass es auch anders geht.