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WM 2018 in Russland
Das WM-Basislager ist bezogen

Der deutsche Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff (links) begrüßt Verteidiger Jonathan Tah. Die Mannschaft bereitet sich vom 23. Mai bis 07. Juni in Tirol auf die Fußball-WM in Russland vor.
Der deutsche Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff (links) begrüßt Verteidiger Jonathan Tah. Die Mannschaft bereitet sich vom 23. Mai bis 07. Juni in Tirol auf die Fußball-WM in Russland vor. FOTO: dpa / Markus Gilliar
Eppan. Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft startet ihre Vorbereitung für das Unternehmen Titelverteidigung in Südtirol.

Das Fünf-Sterne-Hotel Weinegg rollte den Roten Teppich für den Weltmeister aus, der Rasen in der Sportzone Rungg wurde akribisch auf die richtige Länge gestutzt: Die Bedingungen zum Start in die heiße Phase der historischen Mission Titelverteidigung waren für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft perfekt. Als Bundestrainer Joachim Löw und seine Spieler um 13.01 Uhr mit dem schwarzen Mannschaftsbus in der noblen Unterkunft ankamen, jubelten ihnen 150 Fans bei angenehmen Temperaturen von 24 Grad begeistert zu. Auch die Hotelangestellten standen für die deutsche Elf Spalier und applaudierten.

„Ich bin froh, dass es losgeht und man die Spieler greifbar hat“, sagte Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff nach der Ankunft und nahm die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gleichzeitig in die Pflicht: „Wir müssen jetzt den Teamgeist heraufbeschwören und konzentriert arbeiten.“ Denn trotz der traumhaften Lage an der malerischen Südtiroler Weinstraße soll in Eppan keine Urlaubsstimmung aufkommen. „Wir werden die Spieler nach und nach härter rannehmen“, sagte Bierhoff.

Am ersten Tag stand aber zunächst ein leichter Aufgalopp an. Löw bat seine 19 anwesenden Spieler nur zu einer lockeren Trainingseinheit. Auf acht Profis musste der Bundestrainer allerdings noch verzichten. Sieben seiner strapazierten Stars um Thomas Müller, Mats Hummels und Marc-Andre ter Stegen reisen erst am Freitag an, Toni Kroos stößt nach dem Champions-League-Finale mit Real Madrid gegen den FC Liverpool am Samstag in Kiew erst in der kommenden Woche dazu.



Dann muss Löw gleicht mehrere knifflige Entscheidungen treffen. Vier Spieler muss er aus seinem 27er-Kader streichen, bevor er am 4. Juni beim Weltverband Fifa sein endgültiges Aufgebot benennt. Für seinen Kapitän Manuel Neuer wird es ein Wettlauf mit der Zeit. Der Torhüter des deutschen Rekordmeisters Bayern München hat nach seinem Mittelfußbruch seit dem September des vergangenen Jahres kein Spiel mehr bestritten. Löw und Neuer sind sich einig: Ohne Spielpraxis macht eine Teilnahme an der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) keinen Sinn. Vor der Nominierung stehen nur noch das Länderspiel in Klagenfurt gegen Österreich (2. Juni) und voraussichtlich zwei Tests gegen die U20-Auswahl des DFB an. „Ich bin optimistisch und positiv, dass er es schafft“, sagte Bierhoff. Eine Einsatzgarantie konnte aber auch er nicht geben und sagte: „Wir werden nur einen zu 100 Prozent fitten Manuel Neuer mit zur WM nehmen.“

In Südtirol stehen also richtungweisende Tage an. Dabei steht der Standort für Erfolg. 1990 und 2014 holte Deutschland nach einer Vorbereitung in der Urlaubsregion den Titel, 2010 reichte es immerhin zu Platz drei. Die Zielsetzung ist auch diesmal hoch. „Wir wollen als amtierender Weltmeister den Titel verteidigen. Das ist klar“, sagte Bierhoff. Die Voraussetzungen sollen in der Vorbereitung mit einem guten Mix aus Anspannung und Lockerheit geschaffen werden. Neben den täglichen Einheiten im modernen Trainingszentrum im Landschaftsschutzgebiet Montiggler Wald bietet das Hotel mit einem Fitnessraum, einer Sportsauna, einem Indoor-Outdoor-Infinity-Pool, einem Basketballfeld und einer neuen Sky-Lounge genug Abwechslung. „Das ist eine gute Kombination, um konzentriert zu trainieren, aber auch zu regenerieren und entspannen“, sagte Löw.