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Schwimm-DM in Berlin
Mutmacher für die EM – aber nicht für Koch

Marco Koch sieht alles andere als begeistert aus – zurecht: Der Ex-Weltmeister hat sich nicht für die Schwimm-EM in Glasgow qualifiziert.
Marco Koch sieht alles andere als begeistert aus – zurecht: Der Ex-Weltmeister hat sich nicht für die Schwimm-EM in Glasgow qualifiziert. FOTO: dpa / Klaus-Dietmar Gabbert
Berlin. Ex-Weltmeister über 200 Meter Brust qualifiziert sich nicht für Schwimm-Europameisterschaft.

Die Rekordhalter Philip Heintz, Florian Wellbrock und Sarah Köhler sind ihrer Favoritenrolle zum Abschluss der deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin gerecht geworden: Köhler (Frankfurt) holte sich den Titel über 1500 Meter Freistil, auf gleicher Strecke verteidigte Wellbrock (Magdeburg) seinen Vorjahressieg bei den Herren. Heintz (Heidelberg) wiederholte seinen Erfolg über 200 Meter Lagen. Der Olympiasechste schlug nach 2:00,88 Minuten an. „Ich bin mitten in der Vorbereitung für die EM, dafür ist es mir schon gut gelungen“, sagte der deutsche Rekordhalter (1:55,76) und Jahresbeste im europäischen Vergleich. „Definitiv ist bei der EM eine Medaille mein Ziel“, sagte der 27-Jährige mit Blick auf den Saisonhöhepunkt.

Edelmetall in Glasgow strebt auch Langstreckenspezialist Wellbrock an. Der Weltjahresbeste ließ der Konkurrenz über 1500 Meter Freistil nicht den Hauch einer Chance. In 15:08,45 Minuten kam er rund 22 Sekunden vor dem zweitplatzierten Mainzer Christian Keber (15:30,86) an. „Bei der EM will ich natürlich noch schneller sein“, sagte Wellbrock. Auch Köhler, die in Berlin auf die 800 Meter verzichtet hatte, dominierte auf der Langstrecke über 1500 Meter Freistil. Die deutsche Rekordhalterin (15:59,83) präsentierte sich in 16:06,82 Minuten in einer guten Verfassung. Auf der Kurzstrecke 50 Meter Freistil verteidigte der deutsche Rekordhalter Damian Wierling (Essen) seinen Titel in 22,12 Sekunden. Mäßig war der Auftritt von Christoph Fildebrandt vom Olympiastützpunkt in Saarbrücken, der in 23,02 Sekunden anschlug und Siebter wurde. Bei den Frauen sprintete auf selber Strecke Angelina Köhler (Hannover) in 25,42 Sekunden zum Sieg. Ex-Weltmeister Marco Koch hatte am Samstag seinen Titel über 200 Meter Brust in persönlicher Jahresbestzeit (2:08,97) verteidigt. Nach langer Diskussion entschied sich das Nominierungsgremium des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) jedoch gegen eine EM-Nachnominierung per Ausnahmeregelung. Dafür hätte Koch dichter an die von Bundestrainer Henning Lambertz geforderten 2:08,50 Minuten herankommen müssen. „Er ist natürlich sehr enttäuscht gewesen, weil er immer noch bis zuletzt gehofft hatte, dass es reicht“, sagte Lambertz. Bereits vor der WM 2017 hatte der Darmstädter die Normen nicht erfüllt – diesmal gab es keine Ausnahme. Auch um die „Fairness“ gegenüber anderen Athleten zu wahren, wie Lambertz erklärte. Kochs Zeit reicht im europäischen Vergleich aktuell nur zu Rang sieben. „Ich weiß nicht, woran es gelegen hat“, sagte der Sportler.

Von der Ausnahmeregelung profitierte Ramon Klenz. Der 19-Jährige, der am Donnerstag den 32 Jahre alten Rekord von „Albatros“ Michael Groß über 200 Meter Schmetterling gebrochen hatte, schwamm in Berlin auch über 100 Meter Schmetterling und 400 Meter Lagen zum Titel.



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