| 23:08 Uhr

Mutig nach München

Niko Kovac (li.) und sein Bruder und Co-Trainer Robert sind mit Eintracht Frankfurt bei ihrem Ex-Club Bayern München zu Gast. Punkte werden sie trotzdem nicht geschenkt bekommen. Foto: Thissen/dpa
Niko Kovac (li.) und sein Bruder und Co-Trainer Robert sind mit Eintracht Frankfurt bei ihrem Ex-Club Bayern München zu Gast. Punkte werden sie trotzdem nicht geschenkt bekommen. Foto: Thissen/dpa FOTO: Thissen/dpa
Frankfurt. Ein Auswärtsspiel bei Bayern München: Was will die Eintracht da am Samstag schon holen? Doch der neue Trainer Niko Kovac gibt die wohl schwerste Aufgabe der ganzen Saison noch nicht verloren. Dpa-Mitarbeitersebastian Stiekel

Mindestens drei Siege braucht Eintracht Frankfurt im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga noch. Das ist zumindest die Rechnung des neuen Trainers Niko Kovac. Doch während sich die meisten Fans und Beobachter dabei realistischerweise auf die Spiele gegen Hoffenheim, Mainz, Darmstadt oder Bremen konzentrieren, gibt Kovac auch die schwere bis unmögliche Aufgabe am Samstag beim deutschen Meister Bayern München noch nicht verloren.

"Wir sind alle ehemalige Sportler . Und als Sportler fährt man überall hin, um zu gewinnen oder Punkte zu holen", sagte der 44-Jährige am Freitag. Jeder wisse zwar, dass das "ein sehr schwieriges Spiel wird. Es muss vieles zusammenkommen, wir müssen eine sehr gute Leistung abliefern, wir brauchen auch ein wenig Glück", meinte Kovac. "Aber wir werden uns sicherlich nicht im eigenen Strafraum verkriechen und den Mannschaftsbus vor dem Tor parken. Wir wollen auch das Tor der Bayern in Gefahr bringen".

Wie man gegen den souveränen Tabellenführer bestehen kann, haben die Frankfurter als eine von nur fünf Mannschaften in dieser Saison bereits bewiesen. Im Hinspiel ermauerten sie sich noch unter Trainer Armin Veh ein beachtliches 0:0. "Es heißt immer, man hat in solchen Spielen nichts zu verlieren. Aber das stimmt nicht", sagte der Eintracht-Coach. "Am Anfang steht es 0:0. Und diesen Punkt, den wir beim Anpfiff haben, den können wir auch verlieren. Den müssen wir verteidigen."

Die Bilanz der Hessen gegen die Bayern ist aber besonders schlecht. In den vergangenen sieben Duellen haben die Frankfurter kein einziges Tor erzielt. Der letzte Sieg gelang der Eintracht vor mehr als sechs Jahren am 20. März 2010 (2:1). Schon damals dabei: Marco Russ und Alexander Meier. Beide werden der Eintracht diesmal jedoch fehlen. Verteidiger Russ leidet noch immer an Oberschenkelproblemen, teilte die Eintracht am Freitag nach dem Abschlusstraining via Twitter mit.

Meier fehlen ein paar Prozent

"Alex Meier ist in der Phase, in der er versucht, sein Comeback so schnell wie möglich zu erreichen. Wir können aber noch nicht sagen, ob das nächste Woche gegen Hoffenheim sein wird oder später. Es ist schwierig, eine Prognose abzugeben", sagte Kovac am Freitag dazu. "Es bringt nichts, einen Alex Meier zu haben, den wir auf dem Platz mitschleppen. Wir brauchen einen Alex Meier, der zu 100 Prozent fit ist."

Beide Kovac-Brüder haben früher für den FC Bayern gespielt. Niko wurde mit dem Verein 2003 deutscher Meister, Co-Trainer Robert 2003 und 2005. "Dieses Spiel ist etwas Besonderes für uns, ja", sagte Niko Kovac am Freitag. "Mein Bruder hat vier Jahre bei den Bayern gespielt, ich zwei. Unsere Familie lebt noch in München. Wir haben noch einige sehr gute Freunde da."