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Müde Olympiasiegerinnen verlieren gegen USA

Chester. Die DFB-Frauen sind beim „She Believes Cup“ mit einer 0:1-Niederlage gegen den Gastgeber ins EM-Jahr gestartet. Jana Lange

Nach der ersten Niederlage ihrer noch jungen Amtszeit ließ Steffi Jones Milde walten. "Was die Mannschaft hier nach den Reisestrapazen abgerufen hat, gibt mir viele positive Erkenntnisse", sagte die Fußball-Bundestrainerin nach dem 0:1 (0:0) im Duell mit Gastgeber USA zum Auftakt des sogenannten "She Believes Cups". "Ich hätte mir gewünscht, dass wir das Spiel nicht verlieren. Dennoch bin ich zufrieden", sagte Jones.

Nur rund 48 Stunden nach der Ankunft hatten die Olympiasiegerinnen den Weltmeister und Erzrivalen eine Halbzeit lang gut im Griff und erspielten sich mit einem couragierten Auftritt zunächst sogar ein Chancenplus. Als sich im zweiten Durchgang des intensiven Duells bei den Gästen die Fehler häuften, bekamen die USA im Talen Energy Stadium von Chester/Pennsylvania aber Oberwasser. "Wir haben uns durch unpräzises Spiel das Leben schwer gemacht", analysierte Jones.

Einen Ballverlust von Isabel Kerschowski nutzte Lynn Williams (56. Minute) zum Treffer des Abends, der nach vier Siegen und einem Remis die erste Niederlage unter Jones besiegelte. Die US-Girls um Weltfußballerin Carli Lloyd bleiben Deutschlands Angstgegner: Seit über 13 Jahren wartet die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf einen Sieg gegen den Weltranglisten-Ersten, der sich mit einem einwöchigen Trainingscamp in Florida auf die Titelverteidigung beim Heimturnier vorbereitet hatte.



Die deutschen Spielerinnen gaben sich viereinhalb Monate vor Beginn der Mission EM-Titelverteidigung in den Niederlanden selbstkritisch. "Wir hatten viele Fehler im Aufbauspiel, wirkten sehr müde, waren oft ein Tick zu spät", sagte Anja Mittag nach ihrem 150. Länderspiel. Alexandra Popp fügte an: "Hintenraus hat man gemerkt, dass wir müde Beine hatten. Dadurch hatten wir viele individuelle Fehler drin, das nutzen die USA natürlich aus."

Erste Gelegenheit zur Analyse ihrer Niederlage hatten Jones und Co. gestern auf der Busfahrt von Philadelphia zur zweiten Station nach New Jersey. Dort bezog der DFB-Tross in Hoboken sein Quartier - direkt am Hudson River mit Blick auf die Skyline von Manhattan. Der zweite Spieltag wird in der Arena des MLS-Clubs New York Red Bulls in Harrison/New Jersey ausgespielt.

Bei der zweiten Auflage des hochkarätig besetzten Vier-Nationen-Turniers testet der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister als nächstes gegen die EM-Mitfavoriten Frankreich (Samstag, 20.15 Uhr) und England (Dienstag, 22 Uhr/beide Sport1). Die Französinnen hatten zum Auftakt einen 2:1 (0:1)-Erfolg gegen den WM-Dritten verbucht.