| 23:24 Uhr

Champions League
Mourinho spielt Uniteds „Albtraum“ herunter

Manchester. Jose Mourinho gab sich einsilbig. „Wir haben es versucht. Wir haben verloren. Das ist Fußball“, bilanzierte der Portugiese nach Manchester Uni-teds krachendem Aus im Champions-League-Achtelfinale. Der Teammanager des sündhaft teuren Starensembles war spürbar bemüht, die 1:2 (0:0)-Heimpleite gegen den FC Sevilla herunterzuspielen – doch die Kritiker hatten ihre Messer längst gewetzt.

„Albtraum“, „Schande“: Das Presseecho nach Uniteds Scheitern in Old Trafford war verheerend. In der Kritik stand vor allem Mourinhos nach dem 0:0 im Hinspiel zu zögerliche Taktik. Romelu Lukakus Anschlusstreffer (84. Minute) war durch den Doppelpack von Sevillas Wissam Ben Yedder (74./78.) zu wenig. Die „Times“ warf Mourinho deshalb „Feigheit“ vor. Dazu meldeten sich umgehend etliche Club-Ikonen zu Wort. Der frühere englische Nationalspieler Rio Ferdinand etwa sah bei seinem Ex-Verein „ein Team voller Fremder“ auf dem Feld. Mourinho wollte von alledem nichts wissen: „Ich will kein Drama daraus machen. Das ist nicht das Ende der Welt.“ Außerdem sei ein Achtelfinal-Aus ja ohnehin „nichts Neues für diesen Verein“.

Noch steht der 55-Jährige selbst nicht zur Diskussion. Sein erstes Jahr beim englischen Rekordmeister war mit dem Gewinn der Europa League und des Ligapokals schließlich überaus erfolgreich gewesen, auch in der Premier League ist Manchester derzeit auf Kurs. Pünktlich zu seinem Geburtstag Ende Januar erhielt Mourinho deshalb eine Vertragsverlängerung um ein Jahr bis 2020 inklusive der Option auf ein weiteres Jahr.