| 23:10 Uhr

Formel 1
In Singapur soll endlich Klarheit herrschen

 Bleibt gelassen: Nico Hülkenberg macht sich keine Sorgen um seine Zukunft.
Bleibt gelassen: Nico Hülkenberg macht sich keine Sorgen um seine Zukunft. FOTO: dpa / Lapresse
Singapur. Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg steht vor Wechsel von Renault zu US-Team Haas. sid

Zukunftssorgen? Nicht die Spur. „Es ist noch nichts entschieden, es gibt noch nichts Konkretes, aber wenn ich möchte, kriege ich einen Rennsitz“, sagt Nico Hülkenberg. Der 32-Jährige versprüht vor dem Großen Preis von Singapur an diesem Sonntag (14.10 Uhr/RTL und Sky) wohl aus gutem Grund große Gelassenheit.

Auch nach seiner Demission bei Renault, wo er nach drei Jahren zur kommenden Saison durch den hochgelobten jungen Franzosen Esteban Ocon ersetzt wird, hat der Name Hülkenberg einen guten Klang in der Formel 1. Der Rheinländer liefert seit fast zehn Jahren zumeist verlässlich – und einiges deutet darauf hin, dass er dies ab 2020 beim US-Team Haas tun wird.

Dessen Teamchef Günther Steiner hatte zuletzt erklärt, die Entscheidung über das zweite Cockpit neben dem Dänen Kevin Magnussen falle „zwischen Nico Hülkenberg und Romain Grosjean“. Voraussichtlich schon in Singapur sei mit der Bekanntgabe zu rechnen.



Der Franzose Grosjean fährt seit dem Formel-1-Einstieg von Haas zur Saison 2016 für das Team, insbesondere in diesem Jahr leistete sich der 33-Jährige allerdings zahlreiche Patzer. In der Fahrerwertung belegt Grosjean mit acht Punkten daher nur den 17. Platz. Zu den Leistungen des Franzosen erklärt Steiner vielsagend: „Rauf und runter, Höhen und Tiefen. Romain ist an einem guten Tag bestimmt gut. Nur hat er manchmal ein paar Tage dabei, die nicht so gut sind.“

Den WM-Elften Hülkenberg (31 Punkte) bezeichnete Steiner hingegen als „sehr guten Fahrer“ und „sehr guten Typen“. Allerdings wurden dem Deutschen bei Renault in diesem Jahr die Grenzen aufgezeigt: Der siebenmalige Grand-Prix-Gewinner Daniel Ricciardo konnte das Team zwar auch nicht an die Spitze der Formel 1 führen, seinen Teamkollegen hatte der Australier aber klar erkennbar im Griff.

Noch sei „die Tinte nirgendwo trocken, aber ich und mein Team arbeiten daran. Es gibt definitiv Interesse und Optionen“, erklärt Hülkenberg, der seit 2010 in der Formel 1 auf 170 Grand-Prix-Starts kommt. Zwar wartet er weiter auf seinen ersten Podestplatz, doch Hülkenberg gilt als guter Pilot, der zu oft zur falschen Zeit am falschen Ort war. Zumindest zeugen eine Pole Position und zwei schnellste Rennrunden auch statistisch von seiner Klasse.

Ob er sich bei Haas allerdings den Traum vom ersten Podium erfüllen kann – wodurch er den ungeliebten Formel-1-Rekord als Fahrer mit den meisten Einsätzen ohne Top-3-Platzierung los wäre – ist fraglich. Das Ferrari-Kundenteam steckt im breiten Mittelfeld der Königsklasse fest.