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DTM-Finale
DTM soll internationaler werden

Die Führenden der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft, Paul di Resta und Gary Paffett, beide vom Team Mercedes HWA AG, können sich vor dem Finale am Wochenende die größten Titelchancen ausrechnen.
Die Führenden der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft, Paul di Resta und Gary Paffett, beide vom Team Mercedes HWA AG, können sich vor dem Finale am Wochenende die größten Titelchancen ausrechnen. FOTO: dpa / Juergen Tap
Hockenheim. Motorsport: Die Ära Mercedes endet am Wochenende, der Nachfolger Aston Martin steht schon in den Startlöchern. Von sid

Gerhard Berger lächelte zufrieden, der DTM-Chef war sichtlich stolz auf seinen Coup. „Die DTM erlebt gerade eine sehr starke Phase. Dass Aston Martin nun Teil der DTM-Familie wird, ist der Höhepunkt“, sagte der ehemalige Formel-1-Star am Freitag vor dem Saisonfinale in Hockenheim.

Für Berger ist es ein Indiz, dass sich seine Beharrlichkeit ausgezahlt hat. Als Reformer war er 2017 zur DTM gekommen, doch mit dem angekündigten Abschied von Mercedes zum Ende der Saison musste Berger plötzlich um die Existenz der Serie kämpfen. Monate verbrachte er mit der Suche eines passenden Nachfolgers. Die Zeit drängte.

Die Wahl fiel auf den britischen Luxushersteller Aston Martin, der bereits 2019 vereinzelt an den Rennen teilnehmen und ab 2020 fest einsteigen soll. BMW und Audi bleiben ebenfalls dabei. „Wir haben nun erstmals eine ausländische Marke für uns gewonnen“, sagte Berger: „Das ist ein Schritt nach vorne.“ Und zwar in die Richtung, in die der Österreicher die Serie ohnehin führen will.



Internationaler, attraktiver, dynamischer soll sie werden. Ab 2020 wird die DTM zudem einen neuen – noch geheimen – Namen erhalten. Berger bastelt zudem weiter an gemeinsamen Rennen mit der japanischen Super GT. Nach Ansicht des Österreichers alles im Sinne der DTM. Aston Martin soll für Berger jedoch nur der Anfang sein. „Je mehr Autos, desto besser.“ 2019 wird die DTM zudem der neuen Formel-Rennserie für Frauen und Mädchen eine Plattform bieten. Es stehen neun Rennen auf dem Programm, vier davon im Ausland.

Doch zunächst muss der Meister der laufenden Saison gekürt werden. Gary Paffett oder Paul Di Resta könnten den Titel für Mercedes holen, nur Vorjahreschampion Rene Rast kann dem Duo in den Rennen am Samstag und Sonntag (je 13.30 Uhr/Sat.1) noch gefährlich werden.

„Mit einem unserer Fahrer den Meistertitel zu holen, wäre der krönende Abschluss“, sagte Mercedes-Teamchef Uli Fritz, betonte aber zugleich: „Es gibt da noch den Kollegen Rast bei Audi, der uns das Leben schwer machen wird. Wir haben Respekt.“ Titelverteidiger Rene Rast ist ganz klar Mann der Stunde in der DTM. Der Mindener holte im Audi zuletzt vier Siege in Serie und sitzt den Mercedes-Piloten Di Resta (Schottland/229 Punkte) und Paffett (England/225) im Nacken. Sein Rückstand auf den ehemaligen Formel-1-Fahrer Di Resta beträgt zwar 30 Punkte, doch „in der DTM kann einfach alles passieren, gerade in einem Finale“, betonte Rast: „Wir haben unser Saisonziel bereits erreicht. Der Druck lastet eindeutig auf Paul und Gary.“