| 00:48 Uhr

Mit Huub Stevens zurück zur Normalität Hannover 96 geht auf Abenteuerreise

Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 sucht im Eiltempo den Weg zurück in die Fußball-Normalität: Nach den Turbulenzen mit Ralf Rangnicks Burnout-Rückzug und der Verpflichtung von Huub Stevens bleibt keine Zeit zum Nachdenken Von dpa-Mitarbeiter Dietmar Fuchs

Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 sucht im Eiltempo den Weg zurück in die Fußball-Normalität: Nach den Turbulenzen mit Ralf Rangnicks Burnout-Rückzug und der Verpflichtung von Huub Stevens bleibt keine Zeit zum Nachdenken. "Wir wollen in Kürze erfolgreich sein", sagte der nach Gelsenkirchen zurückgekehrte Trainer vor der Europa-League-Aufgabe gegen Israels Meister Maccabi Haifa am heutigen Donnerstag (19 Uhr/Kabel 1/Sky). Stevens warnte davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen: "Der israelische Fußball ist nicht zu unterschätzen."Stevens, schon vor 14 Jahren bei Schalkes Triumph im Uefa-Cup Verantwortlicher auf der Bank, gab eine weitere Prämisse vor: Er will eilends dafür sorgen, dass das Geschehen auf dem Rasen, wie schon beim 4:2 gegen Freiburg, nicht unter nervlicher Anspannung leidet: "Ich möchte gern, dass die Spieler sich wohlfühlen und wissen, wo es langgeht."

Obwohl der schnelllebige Sport dafür eigentlich kaum noch Gelegenheit liefert, will Stevens mit psychologischem Gespür dazu beitragen, dass seine Mannschaft zur Ruhe kommt und sich auf das Wesentliche besinnt: "Wir nehmen uns Zeit für Einzelgespräche."

Torhüter Ralf Fährmann (Magen-Darm-Probleme), Linksverteidiger Christian Fuchs (Erkältung) und Sturm-Ikone Raúl, der über Schmerzen im Fuß klagte, gelten als Wackelkandidaten. Über Raúls Einsatz soll erst heute entschieden werden. Der Japaner Atsuto Uchida fällt wegen eines Faserrisses im rechten Oberschenkel definitiv aus.



Stevens neue Mannschaft soll den Anhängern des Pokalsiegers, der mit einem 0:0 in Cluj gegen Rumäniens Rekordmeister Steaua Bukarest in die Europa League startete, einfach nur puren Spaß bereiten, so die Vorgabe des Trainers. "Wir wollen einen Fußball spielen, mit dem sich die Fans identifizieren können."

Da könnte Gruppen-Tabellenführer Maccabi Haifa, der zum Auftakt 1:0 gegen AEK Larnaca gewann, zur rechten Zeit in der Schalker Arena antreten, zumal die Elf von Chefcoach Elisha Levy außerhalb des eigenen Stadions Schwächen zeigt. Von drei Liga-Auswärtsspielen verlor die Levy-Elf zwei. "Wir wollen Haifa Fehler machen lassen", kündigte Stevens eine aggressive Schalker Vorgehensweise an.

Gegen einen Durchmarsch der "Knappen" wie 1997, als Schalke mit Stevens gegen Inter Mailand den Uefa-Cup holte, hätte der Niederländer keineswegs etwas einzuwenden: "Ich werde sicherlich keinen aufhalten, wenn es wieder so käme", sagte Stevens. Poltawa. Das erste Auswärtsspiel von Hannover 96 in der Gruppenphase der Europa League gleicht eher einer Expedition. Die Reise zu dem weitgehend unbekannten Club Worskla Poltawa aus der ukrainischen Provinz erforderte vom Fußball-Bundesligisten eine ungewöhnliche Vorbereitung und gestern die Landung auf einem alten Militärflughafen. Dieser darf nur mit einem einheimischen Experten angeflogen werden. "Das ist das Ungewöhnlichste, was ich in meiner Karriere bisher erlebt habe", sagte Manager Jörg Schmadtke. Sogar eigene Nahrungsmittel packten die Hannoveraner in ihr 40-Mann-Flugzeug, um für das zweite Gruppenspiel der Europa League heute (21.05/Kabel eins und Sky) vorbereitet zu sein. "Wir können es uns nicht leisten, dass Spieler mit Magenproblemen ausfallen", so Stürmer Jan Schlaudraff.

Allerdings erfuhr der Club, "dass es nicht so einfach ist mit der Einfuhr von Lebensmittel", wie Schmadtke erklärte. Fleisch darf nicht importiert werden. "Wir gehen auf Nummer sicher", sagte Trainer Mirko Slomka: "Die Anreise verlief problemlos, alles wurde gut und professionell vorbereitet."

"Es ist ein Abenteuer, aber wir wollen drei Punkte holen", kommentierte Sergio Pinto die Reise ins Unbekannte. Ersetzen muss 96 allerdings Torjäger Didier Ya Konan, der verletzt daheim blieb. "Sein Ausfall ist für Didier und die Mannschaft sehr bitter, weil er für uns einfach ein wichtiger Spieler ist", meinte Slomka. Ob Mohammed Abdellaoue spielen kann, entscheidet sich erst am heute kurz vor Spielbeginn. dpa