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DFB-Pokal-Halbfinale
Mit besten Grüßen nach Madrid

 Die Münchner bedanken sich nach einem denkwürdigen Pokalabend bei ihren Fans. Und es bleibt die Frage: Wer soll diese Bayern stoppen? Bayer Leverkusen hat es im Halbfinale des DFB-Pokals im eigenen Stadion versucht – und wurde mit einem 2:6 abgefertigt.
Die Münchner bedanken sich nach einem denkwürdigen Pokalabend bei ihren Fans. Und es bleibt die Frage: Wer soll diese Bayern stoppen? Bayer Leverkusen hat es im Halbfinale des DFB-Pokals im eigenen Stadion versucht – und wurde mit einem 2:6 abgefertigt. FOTO: dpa / Marius Becker
Leverkusen. Der FC Bayern präsentiert sich eine Woche vor dem Champions-League-Kracher in herausragender Form.

Gierig, geil und gnadenlos: Der FC Bayern Nimmersatt bekommt unter Trainer-Altmeister Jupp Heynckes den Hals nicht voll und schickt einen Liebesgruß nach dem anderen Richtung Madrid. „Wenn wir so auftreten wie heute, wird es auch für Real schwer“, sagte Münchens Torwart Sven Ulreich voller Selbstbewusstsein nach der 6:2 (2:1)-Gala des alten und neuen deutschen Meisters Bayern München im Halbfinale des DFB-Pokals bei Bayer Leverkusen.

Ulreich, der sich mit seinen Leistungen inzwischen für die Nationalmannschaft empfiehlt (Thomas Müller: „Ulle ist auf jeden Fall eine Option“), war damit ebenso wie die meisten Bayern mit seinen Gedanken schon beim Halbfinal-Kracher in der Champions League gegen Titelverteidiger Real Madrid.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge nahm ungeachtet des Liga-Gastspiels bei Hannover 96 an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) nach dem Sechserpack unter dem Werkskreuz offensiv das Triple ins Visier. „Wir müssen die Konzentration bis zum Champions-League-Halbfinale am Mittwoch hochhalten. Wenn im Moment einer Real Madrid schlagen kann, dann der FC Bayern. Die Mannschaft hat offenbar die Riesenqualität, alles zu schaffen, was sie sich vornimmt. Nächsten Mittwoch werden wir versuchen, noch weiter zu gehen“, sagte der 62-Jährige im Brustton der Überzeugung vor dem Hinspiel gegen Superstar Cristiano Ronaldo und Co.



Heynckes sprach nach dem 22. Finaleinzug des Rekordsiegers im deutschen Cup-Wettbewerb an seiner alten Wirkungsstätte ebenso wie Rummenigge und Bayern-Präsident Uli Hoeneß von einer „Demonstration der fußballerischen Qualität unserer Mannschaft“. Dem 72-Jährigen war zwar nicht entgangen, dass seiner Mannschaft ohne den verletzen Arturo Vidal der eine oder andere Abwehrfehler unterlief, den mehr als einmal der erneut herausragende Ulreich ausbügelte. Über das Gesamtkunstwerk FC Bayern geriet Heynckes wenige Wochen vor seiner endgültigen Pensionierung, die möglichst nach dem Champions-League-Finale am 26. Mai mit seinem letzten Titel gefeiert werden soll, allerdings ins Schwärmen: „Bei uns gibt es keine Ich-AGs, sondern bei uns ist Teamwork der Schlüssel zum Erfolg. Zudem sind unsere Ergebnisse das Resultat harter Arbeit.“

Das unterstrich auch Rummenigge mit einem Riesenkompliment an den scheidenden Coach: „Wir haben eine tolle individuelle Qualität und einen großartigen Teamgeist. Egal wer spielt, es gibt keinen Neid. Der Trainer und die Mannschaft machen das großartig.“

Der dreifache Torschütze Thomas Müller verdeutlichte seinerseits voller Tatendrang, dass die Mannschaft trotz der vorzeitigen 28. Meisterschaft und dem Einzug ins nationale Pokalfinale in Berlin (19. Mai) noch lange nicht zufrieden ist: „Noch haben wir außer der Meisterschaft nichts gewonnen. Die Euphorie ist noch nicht am Ende, der Hunger ist noch größer geworden, und wir wollen den nächsten Schritt machen. Die Gier ist vorhanden.“

Das attestierte den Bayern auch der Gegner, der sich teuer verkauft hatte, letztendlich aber chancenlos war. „Die Dominanz, die Effizienz, die totale Gier und Geilheit der Bayern sind beeindruckend“, sagte Bayer-Trainer Heiko Herrlich voller Anerkennung. Und Leverkusens Torjäger Kevin Volland konstatierte: „Sie sind einfach gnadenlos effektiv.“ Und das müssen sie auch kommende Woche sein im ersten von zwei Spielen gegen den Champions-League-Titelverteidiger.