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Meisterschaft der kurzen Wege

 Das rheinland-pfälzische Nachwuchsteam (rechts bei der Siegerehrung) sorgte mit der Höheischweilerin Louisa Dauenhauer und der Bronzemedaille für eine Überraschung. Fotos: cvw
Das rheinland-pfälzische Nachwuchsteam (rechts bei der Siegerehrung) sorgte mit der Höheischweilerin Louisa Dauenhauer und der Bronzemedaille für eine Überraschung. Fotos: cvw
Zweibrücken. Zweibrücken hat seinem Namen als Stadt der Rosse am Wochenende wieder alle Ehre gemacht. Beim Bundeswettbewerb, der im Landgestüt, auf der Rennwiese und im Badeparadies ausgetragen wurde, herrschte ausgezeichnete Bedingungen. Cordula Waldow

Das Zweibrücker Landgestüt stand am Wochenende im Mittelpunkt bundesweiten Interesses. Am Samstag und Freitag wurde der Bundeswettkampf im Reiter-Vierkampf, eine Randsportart, veranstaltet. Drei Tage lang maßen sich knapp 100 Teilnehmer zwischen zehn und 18 Jahren im Landgestüt, auf der Rennwiese und im Badeparadies.

"Eine Deutsche Meisterschaft der kurzen Wege, mit den beiden Reithallen und dem großen Außenplatz sowie den hervorragenden Böden. Das waren perfekte Bedingungen, die wir so nur ganz selten antreffen", lobte der Jugendreferent der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Knut Danzberg, bei der Siegerehrung der zwölf Vierkampf- und elf Nachwuchsteams (10 bis 14 Jahre) aus ganz Deutschland.

Gold im Vierkampf gewann souverän mit 16 953 Punkten das Team aus Schleswig-Holstein, das mit Niklas Bruhn und Tim Luca Bauer zugleich auch die besten Einzelathleten über 50 Meter Freistilschwimmen, 3000 Meter Geländelauf, A-Dressur und A-Stilspringen stellte. Doppel-Silber in beiden Teams ging nach Hannover (16 649 Punkte und 15 524 Punkte/Nachwuchs). Bronze sicherten sich im Vierkampf die ebenfalls zu den Favoriten zählenden Westfalen. Nach einem siebten Rang im Vorjahr verbesserte sich das Team Rheinland-Pfalz, zu dem auch die Zweibrückerin Anke Schmitt zählt, mit rund 480 Punkten Vorsprung auf einen guten fünften Rang. Die 16-jährige Schmitt steigerte ihre Leistung im Vergleich zum Vorjahr deutlich, allein im Wasser um zwei Zehntel auf 37,58 Sekunden. In 13 Minuten erreichte die begeisterte Läuferin über die unebene, hügelige Rennwiese die Ziellinie als Achte. "Das ist alles gut gelaufen. Der Crosscountry war schon hart", sagt sie zufrieden. Insgesamt erreichte die Gymnasiastin 5221 Zähler und wurde damit 14-te in der Einzelwertung.

Während Anke Schmitt ihre eigenen Pferde in Dressur und Springen vorstellen durfte, mussten sich zwei ihrer Teamkameradin jeweils auf fremde Pferde einstellen. "Wir haben mit Bayern und Hannover sehr gute Pferde gelost", lobt sie. Dass sie selbst ihren Markus zum Springen einer Hannoveranerin überlassen musste und diese mit der Wertnote 7,8 besser abschnitt, als sie selbst mit 7,3, ficht die Reiterin nicht an.

Weniger gut traf es die einzige saarländische Mannschaft. Die 13-jährige Jelte Blass von der RSG Berghof Einöd erreichte in der Dressur auf ihrem eigenen Pferd Tulipan ihre Höchstnote 7,6. Mit dem sächsischen Fuchswallach Golden Sunshine blieb sie mit einer 7,0 jedoch hinter ihren Möglichkeiten. Im Einzelranking wurde sie mit 5082 Punkten 23-te und mit dem Team Elfte.

Den Coup aus rheinland-pfälzischer Sicht landete das Nachwuchs-Team mit der Höheischweilerin Louisa Dauhauer, dem der Sprung aufs Treppchen mit der Bronzemedaille gelang. "Wenn man sieht, unter wie vielen Sportlern die Siegermannschaften auswählen können und wie wir unsere Teams zusammenstellen, kann diese Leistung nicht hoch genug bewertet werden", freut sich Team-Führerin Ulla Gosert aus Trier. Wie sie waren alle Gäste voll des Lobes über die tolle Stimmung, die perfekte Organisation und das liebevoll inszenierte Drumherum in Zweibrücken.

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