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Mehrheit der Norweger gegen Oslo-Bewerbung 2022

Oslo. Oslo stößt mit seiner Bewerbung um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 im eigenen Land auf große Ablehnung. Erinnerungen an Graubünden, München und Stockholm werden wach. sid

Vom Musterknaben zum Wackelkandidaten? Noch ist das Vertrauen des IOC in die Bewerbung Oslos um die Olympischen Winterspiele 2022 groß. Doch jüngste Meinungsumfragen zeigen landesweit eine breite Ablehnung gegenüber dem Milliarden-Projekt. Erinnerungen werden wach an Graubünden, München oder Stockholm, wo Olympia 2022 keine Mehrheit fand und scheiterte.

55,9 Prozent der Befragten lehnten Olympia in Oslo ab, nur 34,5 Prozent bekundeten ihre Unterstützung. In der Region um Oslo war die Unterstützung mit 44,8 Prozent etwas stärker, im Norden des Landes sprachen sich allerdings satte 81,7 Prozent dagegen aus.

"Es gibt sehr viele dieser Umfragen, vielleicht sollte man das beachten", sagte Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Im IOC sei man alles andere als besorgt. "Wir haben fünf sehr gute Kandidaten für die Spiele 2022. Einer von denen wird den Zuschlag bekommen", betonte Adams.

Unter den fünf Anwärtern Krakau/Polen, Peking/China, Lwiw/Ukraine, Almaty/Kasachstan gilt Oslo als großer Favorit. Mit der Hauptstadt Norwegens bietet sich dem IOC die Chance, nach zwei Abstechern in sportliche Entwicklungsgebiete wie Sotschi (2014) und Pyeongchang (Südkorea/2018) in ein gewachsenes und traditionelles Wintersportgebiet zurückzukehren.

Vor allem der Gigantismus in Sotschi mit seinen horrenden Kosten von etwa 50 Milliarden Euro hatte viele Menschen abgestoßen. Auch in Oslo sind die Finanzen noch längst nicht geregelt. Am Montag hatte die Stadt erklärt, dass das Budget für die Spiele 4,4, Milliarden Euro nicht übersteigen würde. Doch noch fehlen die finanziellen Garantien der Regierung, die das IOC fordert.