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Maria Riesch verliert im Gesamt-Weltcup an Boden

Cortina d'Ampezzo/Kitzbühel. Maria Riesch und Felix Neureuther haben beim WM-Countdown noch nicht den Turbo gezündet. Gut eine Woche vor dem Saisonhöhepunkt gab es für die beiden deutschen Vorzeige-Alpinen am Sonntag im Riesenslalom der Damen in Cortina d'Ampezzo und beim Torlauf-Klassiker in Kitzbühel zwei Nullnummern

Cortina d'Ampezzo/Kitzbühel. Maria Riesch und Felix Neureuther haben beim WM-Countdown noch nicht den Turbo gezündet. Gut eine Woche vor dem Saisonhöhepunkt gab es für die beiden deutschen Vorzeige-Alpinen am Sonntag im Riesenslalom der Damen in Cortina d'Ampezzo und beim Torlauf-Klassiker in Kitzbühel zwei Nullnummern. Für das beste deutsche Ergebnis am Wochenende sorgte dennoch einmal mehr Maria Riesch, die sich am Samstag hinter Abfahrtssiegerin Dominique Gisin (Schweiz) als Fünfte platzierte. Beim Riesentorlauf-Erfolg von Kathrin Zettel (Österreich) konnte Viktoria Rebensburg als Siebte mit Karriere-Bestleistung und WM-Ticket die deutsche Bilanz ein bisschen schönen.Maria Riesch darf schon heute im Super-G wieder auf ein Podest hoffen. In der Weltcup-Gesamtwertung verlor sie etwas an Boden auf die um 72 Zähler führende Lindsey Vonn (USA). Vor einem Jahr hatte Riesch in Cortina nach dem 18. Platz in der Abfahrt am Montag im Super-G beim umjubelten Sieg zurückgeschlagen. Endlich darf auch Viktoria Rebensburg (Kreuth) für die WM planen. Die 18-Jährige fuhr gestern im Riesenslalom auf Platz sieben. "Das war extrem wichtig für die Psyche, das gibt mir Selbstvertrauen. Die WM kann jetzt kommen", sagte Rebensburg, die vor zwei Jahren in Are als Unbekannte auf WM-Rang acht gerauscht war. Beim vom schlimmen Unfall des Schweizers Daniel Albrecht überschatteten Ski-Spektakel in Österreich war Didier Defago (Schweiz) eine Woche nach seinem Wengen-Coup auch auf der Streif der Schnellste. Das Slalom-Rennen gewann Julian Lizeroux (Frankreich), Silvan Zurbriggen (Schweiz) die Hahnenkamm-Kombi-Wertung. Wie schmal der Grat im alpinen Rennsport ist, machte die Sorge um Kombinations-Weltmeister Albrecht deutlich. Der 25-Jährige lag auch am Sonntag noch im künstlichen Koma. Wann er aus dem Tiefschlag geholt wird und ob er nach seinem fürchterlichen Trainingssturz auf der Streif, bei dem er ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Lungenverletzung erlitt, jemals wieder richtig gesund wird, kann noch niemand sagen. Während die Ärzte auf der Intensivstation weiter um die Gesundheit des Schweizers kämpften, räumten seine Landsmänner beim Heim-Höhepunkt der Österreicher groß ab. Defago gewann nach seinem Wengen-Coup auch auf der Streif und eiferte mit dem Klassiker-Doppelpack Ski-Legenden wie Jean Claude Killy, Karl Schranz und Franz Klammer nach, denen das Kunststück ebenfalls in einer Saison gelang. "Didiers Sieg ist sicher auch ein Geschenk an Dani. Wenn er jetzt wach wäre, würde er sich sehr freuen", sagte Verbandspräsident Urs Lehmann. dpa