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| 23:13 Uhr

Mainz geht ganz egoistisch ins Derby

Der Kolumbianer Jhon Cordoba (vorn) wird vom FSV Mainz 05 fest verpflichtet. Foto: silz/dpa
Der Kolumbianer Jhon Cordoba (vorn) wird vom FSV Mainz 05 fest verpflichtet. Foto: silz/dpa FOTO: silz/dpa
Mainz. Die Bilanz der letzten Jahre in den Rhein-Main-Derbys gegen Eintracht Frankfurt spricht eindeutig für Mainz 05. Den letzten Sieg der Hessen gab es ohne Abstiegsnöte im Dezember 2010. Agentur

Abstiegsangst gegen Europapokal-Sehnsucht: Konträrer können die Vorzeichen für das Rhein-Main-Derby der Fußball-Bundesliga zwischen Eintracht Frankfurt und dem FSV Mainz 05 am Sonntag (17.30 Uhr) nicht sein. Rücksicht auf den Nachbarn kennen die Rheinhessen nicht, sie denken egoistisch erst an sich, um die eigenen Chancen aufs internationale Geschäft zu wahren. "Wir sind auf uns konzentriert, wir haben eigene Ziele", sagte Trainer Martin Schmidt am Freitag und forderte Wiedergutmachung für das 2:3 gegen den 1. FC Köln.

Der Coach geht die Partie psychologisch an. "Wir müssen es schnell schaffen, uns von den Rahmenbedingungen zu lösen", betonte der 49-Jährige vor seinem ersten Nachbarschaftsduell in Frankfurt. Die Pleite gegen Köln wirkte nach, sorgte bei den Spielern aber auch für die nötige Motivation. Vor allem die Arbeit gegen den Ball missfiel Schmidt. "Läuferisch, zweikampfmäßig, aber auch spielerische Dinge wie die Passgenauigkeit hatten bei allen nachgelassen", meinte der Schweizer.

Eine ähnliche zweite Halbzeit wie gegen Köln dürfen sich die Mainzer bei der Eintracht nicht leisten. "Frankfurt wird ein Prüfstein für uns, da können wir wieder einen Entwicklungsschritt machen", erklärte Schmidt, der bei seinem Team kein Kopfproblem nach dem Kölner Spiel sieht. "Wir sind bisher 13 Mal in Führung gegangen und haben elf Mal gewonnen." Der Mainzer Coach ist froh über das Derby. "Das ist ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Jeder will den Sieg."

Der scheidende Manager Christian Heidel betonte das gute Verhältnis auf Funktionärsebene zur Eintracht. "Schadenfreude kommt da nicht auf. Ich drücke der Eintracht die Daumen, nur nicht am Sonntag", meinte der künftige Schalker Sportchef. Dass lediglich 3000 Mainzer Fans Karten gekauft haben, ist für Heidel normal. "Das war in den letzten Jahren immer so", erklärte er.

Die Frankfurter sind gefühlt für Schmidt zu 100 Prozent ein Erstligist. Unter Niko Kovac haben sich die Leistungen stabilisiert. "Die Leistungen sind weitaus besser als die Ergebnisse. Vor allem die Arbeit gegen den Ball ist gut. Sie spielen stabiler und aggressiver, auch in der Offensive", erklärte Schmidt, der vor seinem Schweizer Landsmann Haris Seferovic warnte: "Er ist ein Guter."

Der Kolumbianer Jhon Cordoba soll unterdessen auch in den kommenden Jahren für den FSV auf Torejagd gehen. Manager Heidel will die ausgehandelte Kaufoption für den 22 Jahre alten Leihspieler vom spanischen Erstligisten FC Granada ziehen. "Wir wären bescheuert, wenn wir ihn nicht halten", sagte Heidel am Freitag.

Rund 5,5 Millionen Euro kostet der südamerikanische Stürmer, der nach Anlaufschwierigkeiten bisher vier Tore für die 05er erzielte. Für Heidel wäre dieses Geld gut angelegt, denn er geht davon aus, dass der Marktwert von Cordoba in den nächsten Jahren deutlich steigen wird.

Mainz verfügt auch über genügend finanzielle Reserven, den vom Ligarivalen Schalke 04 ausgeliehenen Mittelfeldspieler Christian Clemens per Option zu verpflichten. Da die Ablöse geringer als bei Cordoba ausfällt, liege die Entscheidung ganz bei Trainer Martin Schmidt. "Wenn er ihn haben will, kriegt er ihn", erklärte Heidel.