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Mainz auf dem Weg nach Europa

„Kaum zu glauben, wie gut es gerade läuft“, scheint der Mainzer Trainer Martin Schmidt zu denken. Foto: silz/dpa
„Kaum zu glauben, wie gut es gerade läuft“, scheint der Mainzer Trainer Martin Schmidt zu denken. Foto: silz/dpa FOTO: silz/dpa
Mainz. An den 1. FC Köln haben die Mainzer Fußballer und ihre Anhänger gute Erinnerungen. In fünf Heimspielen in der Bundesliga hieß der Sieger immer Mainz 05. Das halbe Dutzend soll jetzt voll werden. Agentur

Die Fußballer des FSV Mainz 05 strotzen vor Mut und Selbstvertrauen. "Es herrscht eine positive, fokussierte Stimmung ohne jede Überheblichkeit. Alle sind gelöst im Kopf, da ist Spannung drin", sagte Trainer Martin Schmidt. Der Schweizer blickt mit Vorfreude auf das drittletzte Heimspiel der Saison am Sonntag um 17.30 Uhr gegen den 1. FC Köln. "Die tabellarische Situation sorgt für Unbekümmertheit. Das löst alle Blockaden und gibt Vertrauen ins eigene Spiel", betonte der 49-Jährige.

Mit 45 Punkten und Platz sechs sind die Mainzer reif für das internationale Geschäft - sollte es im letzten Teil der Saison keinen Einbruch mehr geben. Schmidt vermeidet die Bezeichnung "Europa League" oder auch mehr aber tunlichst. Auch das Spektakel zwischen Liverpool und Dortmund veranlasste den Eidgenossen nicht zu dem Gedanken: "Da will ich auch hin". "Warum muss ich Ziele formulieren?", lautet seine rhetorische Frage. Er will mit seinem Team lieber Schlagzeilen auf dem Platz produzieren.

Seinen Spielern aber will der Schweizer das Träumen nicht verbieten. "Sie können Gedanken äußern. Ich will Zählbares in der Hand halten und weiter kleine Handlungsziele erreichen." Gegen Köln, das nach bislang fünf Bundesliga-Auftritten in Mainz noch ohne Punkt ist und in den letzten vier Partien auch kein Tor erzielte, kann die Punktzahl (24) der Vorrunde bestätigt werden. "Wenn das gelingt, sehen wir, was noch drin ist."

Der FSV hat die letzten acht Heimspiele nicht verloren. Der 1. FC Köln soll die Mainzer Festung nicht sturmreif schießen. "Wir wollen die Phase nicht überbewerten, aber sie ist gut für die Köpfe und die Zuschauer. Wir wollen in den letzten drei Heimspielen zeigen, warum die letzten acht so gut waren", meinte Schmidt. Der Schweizer ist begeistert, dass vor den letzten fünf Saisonaufgaben "noch alles im Topf ist". "Wir dürfen, müssen mutig sein, ans Limit gehen. Wir wollen immer gewinnen."

Mit 34 Punkten sind die Kölner noch nicht aller Sorge ledig. Vor allem in den Heimspielen kränkelt das Team von Trainer Peter Stöger. Auswärts steht der "Effzeh" sehr kompakt, lässt wenig Chancen des Gegners zu und holte mehr Punkte. "Wir müssen Lösungen finden gegen die Defensivstruktur", meinte Schmidt. Die 05er werden mehr Ballbesitz haben und können sich weniger auf das oftmals perfekte Umschaltspiel verlassen können. Köln kommt mit dem Ex-Mainzer Marcel Risse, muss aber auch den gesperrten Leonardo Bittencourt verzichten.

Bis auf den zur Reha in Japan weilenden Yoshinori Muto hat der FSV-Coach alles an Bord und somit die Qual der Wahl. "17, 18 Spieler kommen jederzeit für die Startelf in Frage", stellte Schmidt heraus.