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Handball-Oberliga
Zweibrücker Löwen leisten dem Stadtrivalen Schützenhilfe

SV-Trainer Axel Koch (vorne) und seine Spieler bejubeln den knappen 27:26-Heimsieg über die Handballfreunde aus Illtal.
SV-Trainer Axel Koch (vorne) und seine Spieler bejubeln den knappen 27:26-Heimsieg über die Handballfreunde aus Illtal. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Zweibrücken. Die Handball-Männer des SV 64 Zweibrücken schlagen den Oberliga-Zweiten HF Illtal in einer packenden Partie mit 27:26. Von Roman Kuhn

Obwohl sie selbst wohl nicht mehr in den Aufstiegskampf eingreifen können, haben sich die Handballer des SV 64 Zweibrücken für die Rückrunde der Oberligasaison vorgenommen, den Spitzenteams das Leben so schwer wie nur möglich zu machen. Einen Teil des Vorhabens konnten sie am Samstagabend bereits in die Tat umsetzen. Denn die Löwen gewannen ihr Heimspiel gegen den Tabellenzweiten HF Illtal knapp mit 27:26 (13:13). Der VTZ Saarpfalz gaben sie durch den Erfolg Schützenhilfe.

Der Start in das Derby verlief aus Zweibrücker Sicht nicht unbedingt wie erhofft. Zu sehr machte sich das verletzungsbedingte Fehlen von Niklas Bayer bemerkbar, der aufgrund eines Bänderrisses gar nicht spielen konnte oder der Tatsache, dass mit Tom Grieser oder Till Wöschler einige Spieler zuletzt verletzungsbedingt nicht trainieren konnten.

Da half es schon, dass mit Nils Wöschler ein Standby-Spieler wieder mit im Aufgebot sein war und sein Bruder dass Till sein bislang bestes Spiel im Trikot der SV-Ersten machte. Wie wichtig gerade Nils Wöschler im Spitzenspiel war, zeigte sich alleine an der Tatsache, dass Gästetrainer Steffen Ecker ihm ab der 40. Spielminute eine Manndeckung verordnete. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Zweibrücker Löwen schon in Führung, hatten sich durch einen konsequenten Zwischenspurt auf 20:16 abgesetzt.



Überragender Spieler auf Zweibrücker Seite war in diesem Spiel allerdings Tobias Alt, der mit neun Treffern erfolgreichster SV-Spieler war. Die Gäste waren im Stil eine Spitzenmannschaft angetreten, hatten sich mit aggressiver Abwehrarbeit direkt leichte Vorteile erspielt. So erzielte der beste Illtaler, Marcel Becker, das Tor zum 4:8-Zwischenstand. Am Ende hatte der Linkshänder weitere 14 Tore seiner ohnehin schon beeindruckenden Torbilanz hinzugefügt.

Die Gäste überraschten während der Strafzeiten gegen die Zweibrücker Löwen damit, dass sie für Torhüter Robin Näckel einen siebten Feldspieler brachten. Zumeist war das Patrick Bach, der sich während der Saison von den 64ern kommend den Handballfreunden angeschlossen hatte. Allerdings steigerte sich die Zweibrücker Defensive, schaffte es nun immer wieder, Anspiele an die beiden Kreisläufer zu unterbinden. Einen ganz wichtigen Treffer erzielte in dieser Phase Torhüter Benni Berz, der in Unterzahl zum 6:8-Zwischenstand traf. Danach begann die starke Phase von Tobias Alt. Der Rechtsaußen erzielte nach dem 7:10 binnen vier Minuten die vier Tore in Serie zur 11:10-Führung in der 24. Spielminute. Danach war das Spiel wieder offen.

In der zweiten Hälfte übernahmen die 64er unmittelbar die Kontrolle, gingen durch zwei Tore von Tom Ihl und Tobias Alt mit 15:13 in Führung und gaben diese im weiteren Verlauf auch nicht mehr ab, auch wenn die Gäste weiterhin gefährlich blieben. Jetzt aber hatte sich die Zweibrücker Defensive auch etwas besser auf die beiden gefährlichen Illtaler Halbangreifer Marcel Becker und Christoph Holz eingestellt. 40 Sekunden vor Spielende gelangten die Gäste nochmals in Ballbesitz und Gästecoach Steffen Ecker nahm eine Auszeit. Doch als Marcel Becker seinen letzten Wurf übers Tor warf, kannte der Zweibrücker Jubel keine Grenzen.

„Wir haben heute gut gekämpft und meiner Meinung nach auch verdient gewonnen“, freute sich SV-Trainer Axel Koch über die gelungene Revanche für die 24:27-Hinspielniederlage.