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Motorsport
Jetzt müssen nur noch die Besucher kommen

Comeback nach dreijähriger Pause: Motorsportfans können sich am Sonntag bei der 57. Auflage des Grasbahnrennens in Zweibrücken auf insgesamt 22 Läufe freuen.
Comeback nach dreijähriger Pause: Motorsportfans können sich am Sonntag bei der 57. Auflage des Grasbahnrennens in Zweibrücken auf insgesamt 22 Läufe freuen. FOTO: Jörg Jacobi
Zweibrücken. Der Motorsportclub Zweibrücken hat alles gerichtet für die Neuauflage des Grasbahnrennens an diesem Sonntag. Von Svenja Hofer

Noch werden die Starterlisten aktualisiert, die letzten Sicherheitsmaßnahmen getroffen, noch wird die Bahn gewässert. Dann ist alles angerichtet für die 57. Auflage des Zweibrücker Grasbahnrennens. Nach über dreijähriger Pause feiert der MSC Zweibrücken an diesem Sonntag das Comeback seiner Traditionsveranstaltung (wir berichteten).

Lautes Dröhnen der Motoren, der Geruch von Methanol, riesige Staubwolken werden von morgens an in der Luft hängen. Und trotz des neuen Konzepts können sich die Besucher wieder auf hochkarätigen Rennsport freuen. Vor allem in der Internationalen Lizenz Soloklasse. Zu dem Tschechen Josef Franc, der die Saison seines Lebens fährt, derzeit Vierter der Langbahn-Weltmeisterschaft ist, hat sich nun auch noch der amtierende Weltmeister Mathieu Tréssarieu aus Frankreich angekündigt. Ebenso wie der ehemalige niederländische Europameister Theo Pijper. Paroli bieten will ihnen der Engländer Andrew Appleton, der schon seit über 15 Jahren regelmäßiger Gast in Zweibrücken ist. Ein besonderer Anreiz für die Fahrer der Internationalen Lizenz-Solo-Klasse ist in diesem Jahr der Gewinn des ADAC-Silberhelms. Dieses Prädikat wird einmal jährlich auf einer Grasbahn in Deutschland ausgefahren. Der ADAC Deutschland hat dieses Jahr Zweibrücken mit diesem Prädikat betraut. Im Abschlussrennen des Tages wird auch wieder die Silberne Rose der Stadt Zweibrücken ausgefahren.

Bei den Seitenwagen, die neben der Nationalen Lizenz Solo-Klasse und der Junioren-Klasse B gefahren wird, sind dieses Jahr lediglich die nationalen Gespanne am Start. „Es war bei der Planung der Neuauflage von Anfang an geplant, die internationale Seitenwagenklasse wegzulassen. Die Bahn lässt zu viele Rennen nicht zu.“ Obwohl sie nach dem heißen Sommer in relativ gutem Zustand sei. „Normal heißes Wetter im Sommer wäre sicher besser gewesen, aber der Zustand ist in Ordnung.“ Seit gestern wird die Bahn bewässert, um für bestmögliche Bedingungen zu sorgen. Heute und am Samstag folgen die letzten Aufbauten. Strohballen werden platziert, Absperrungen aufgebaut, Bänder gespannt. Damit für die Sicherheit von Fahrern und Zuschauern gesorgt ist. „Am Wochenende erfolgt noch die Abnahme – dann kann es los gehen“, freut sich Rudi Zeiter auf das Comeback. „Die Wetterprognosen sind gut, nicht zu heiß. Denn auch das war ja ein Grund für den Terminwechsel in den September“, erklärt der MSC-Vorsitzende, dessen Sohn Heiko erstmals die Rennleitung übernommen hat. In den Jahren 2011, 2013 und 2015 hatte der Verein im Juli bei tropischen Temperaturen mit einem Zuschauerschwund zu kämpfen. Bei der letzten Auflage 2015 kamen weniger als 2000 Besucher. „Früher waren es einmal 5000“, erklärte Zeiter. Um die Kosten zu decken, müssten auch am Sonntag mindestens 3000 Besucher zur Rennwiese pilgern, um ab 13.30 Uhr die 22 Läufe zu verfolgen.



Neben den Zuschauern ist der MSC am Renntag auch auf zahlreiche Helfer angewiesen. „Rund 100 brauchen wir, die direkt mit dem Rennen zu tun haben.“ Weitere 50 Fremdhelfer für den Kassenbereich, die Kontrollen und Sanitätsdienste kämen hinzu. „Das zu stemmen, ist schon heftig“, macht Rudi Zeiter klar, dass auch diese Aufgabe für den rund 80 Mitglieder zählenden MSC nur mit viel Aufwand zu bewältigen ist.

Dennoch plant der MSC Zweibrücken nach der über dreijährigen Pause und der jetzigen Neuauflage des Grasbahnrennens, diese Motorsportveranstaltung wieder fest im Sportkalender der Stadt zu platzieren. Wie zuletzt im Zwei-Jahres-Rhythmus. „Durch den geringen Aufwuchs auf der Bahn wäre es jährlich gar nicht mehr möglich“, macht Zeiter klar. Wie es mit dem Rennen in Zukunft weitergeht, sei „aber auch von dem Ergebnis am Sonntag“ abhängig. „Wenn es nicht angenommen wird, dann müssen wir eine Grundsatzentscheidung treffen.“ Doch Rudi Zeiter hofft, dass das nach der 57. Auflage des Zweibrücker Grasbahnrennens nicht nötig sein wird.

Der Eintritt für Erwachsene am Renntag beträgt 15 Euro, Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren zahlen neun Euro und Kinder unter 13 Jahren einen. Eine Tribünenzusatzkarte kostet fünf Euro, der Zugang zum Fahrerlager ist frei. Das freie Training startet am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr, das Pflichttraining um 11.15 Uhr.