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Eishockey-Regionalliga
Schläfrige Hornets ernüchtern ihre Fans

 Ein Bild mit Symbolcharakter: Für die Hornets um Stürmer Marc Lingenfelser (schwarz) gab es am Sonntagabend gegen die aufmerksamen Abwehrreihen von Tabellenführer Bietigheim viel zu selten ein Durchkommen.
Ein Bild mit Symbolcharakter: Für die Hornets um Stürmer Marc Lingenfelser (schwarz) gab es am Sonntagabend gegen die aufmerksamen Abwehrreihen von Tabellenführer Bietigheim viel zu selten ein Durchkommen. FOTO: Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken unterliegt Tabellenführer Bietigheim nach desolatem Start mit 1:3. Von Martin Wittenmeier

Nicht wirklich playoff-reif hat sich Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken am Sonntagabend präsentiert. Gegen den Vorjahresmeister und Tabellenführer SC Bietigheim-Bissingen 1b verloren die Hornets nach einer schwachen Leistung mit 1:3 (0:3/1:0/0:0) und müssen wieder zittern. Zwar liegen die Zweibrücker mit 39 Zählern noch immer auf Rang drei, doch die Konkurrenz sitzt ihnen im Nacken. Heilbronn (38 Punkte) und Eppelheim (36 Punkte bei einem Spiel weniger) haben am Wochenende ihre Spiele souverän gewonnen und damit den Druck auf die Mannschaft von Trainer Terry Trenholm verschärft.

Der Kanadier an der Bande der Hornets war vor allem mit dem ersten Drittel überhaupt nicht einverstanden. „So darfst du nicht auftreten, wenn du in die Playoffs willst. Sobald der Puck fällt, musst du sofort da sein. Wir haben den Beginn komplett verschlafen.“ Obwohl die Steelers nur mit zwölf Feldspielern angereist waren, bestimmten sie im Eingangsdrittel das Geschehen und schlugen in Überzahl eiskalt zu. Knapp sechs Minuten waren um, als Nicholas Rodriguez von Tim Heffner freigespielt wurde und den Puck zum 1:0 im Kasten von Sebastian Trenholm versenkte. Für den EHC-Goalie war die Partie keine 120 Sekunden später beendet. „Sebastian ist beim Warm-Up umgeknickt. Er hat es dann versucht, aber die Schmerzen waren zu groß“, erklärt Trenholm den Torwartwechsel. Für den Trainer-Sohn rückte Steven Teucke zwischen die Pfosten.

Am Spielverlauf änderte sich dagegen wenig. Bietigheim wirkte wacher und spritziger. Mehr als eine gute Torchance durch Tomas Vodicka, die aber von Steelers-Torwart Viktor Laveuve vereitelt wurde, erspielten sich die Hornets nicht. Stattdessen klingelte es wieder auf der anderen Seite. Ein Abwehrfehler war dem 2:0 vorausgegangen, Nutznießer war Timo Heintz, der keine Mühe hatte, für den Spitzenreiter zu erhöhen. Und es kam aus EHCZ-Sicht noch schlimmer: Willi Gross (17.) legte noch vor der Drittelpause das durchaus verdiente 3:0 nach. Ernüchterung machte sich unter den über 800 Hornets-Anhängern in der Peter-Cunningham-Memorial-Arena breit.



Und nach dem Wechsel hagelte es weiter. Allerdings keine Tore, sondern Strafzeiten. Die Unparteiischen hatten Mitte des zweiten Drittels alle Hände voll zu tun, für Ruhe auf dem Eis zu sorgen. Die Hornets waren nun engagierter bei der Sache, aber es fehlte an zündenden Ideen. Bietigheim störte den Zweibrücker Spielaufbau früh und schaffte es so, den Puck aus der gefährlichen Zone fernzuhalten. Nur einmal blitzte in dieser Phase die Stärke der Hornets auf: Dan Radke bediente Vladimir Zvonik (33.), der auf 1:3 verkürzte. Trotz des Treffers haderte Trenholm: „Unser Powerplay hat heute überhaupt nicht funktioniert“.

Das wurde gerade in den letzten 20 Minuten deutlich. In beiden Zweibrücker Überzahl-Situationen blieb Laveuve beinahe beschäftigungslos. Die sonst so starke EHCZ-Offensive enttäuschte. Und so hielt die 3:1-Führung der Gäste, die die letzten Minuten kontrolliert runterspielten und durch den Sieg den Vorsprung in der Tabelle auf den Zweiten Hügelsheim auf fünf Punkte ausbauten, bis zur Schlusssirene. Drei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde ist dem amtierenden Meister ein Playoff-Platz so gut wie sicher.

Das sieht auch Trenholm so. „Bietigheim ist durch, aber dahinter kann noch alles passieren. Die Liga ist so eng zusammen, wir müssen weiter Gas geben.“ Deshalb gibt es für ihn in den drei verbleibenden Spielen auch nur eine Devise: „Kämpfen, kämpfen, kämpfen!“ Zumal mit den Partien am Freitag (20 Uhr) beim Siebten Stuttgart und am Sonntag (19 Uhr) zuhause gegen den Vorletzten Mannheim zwei vom Papier her lösbare Aufgaben anstehen. „Wir ‚wollen‘ diese beiden Spiele nicht gewinnen, wir ‚müssen‘ sie gewinnen. Sonst haben wir am letzten Spieltag ein echtes Endspiel in Hügelsheim. Aber gerade in Stuttgart wird es extrem hart.“