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Spitzenhandball in Zweibrücken
Zwei Brocken als Generalprobe

 Tom Grieser (mit Ball) ist mit 19 Jahren neuer Kapitän des SV 64 Zweibrücken. Am Wochenende trifft er mit dem SV auf Drittligist Hochdorf.
Tom Grieser (mit Ball) ist mit 19 Jahren neuer Kapitän des SV 64 Zweibrücken. Am Wochenende trifft er mit dem SV auf Drittligist Hochdorf. FOTO: Marco Wille
Zweibrücken. Die Frauen des SV 64 Zweibrücken spielen am Samstag gegen Amelie Berger und Bayer Leverkusen. Die Herren treffen einen Tag später auf den TV Hochdorf, den neuen Verein von Ex-Trainer Stefan Bullacher. Von Roman Kuhn

Am kommenden Samstag und Sonntag steht für die Männer und Frauen des SV 64 Zweibrücken die Generalprobe für die am Wochenende 2./3. September beginnende Oberligasaison auf dem Programm. Im Rahmen des renommierten Cap-Markt-Cups für Jugendmannschaften empfangen die beiden RPS-Oberligateams der 64er attraktive Gegner und präsentieren ihren Fans ihre Neuzugänge. Der Eintritt zu diesen Vorbereitungsspielen in der Ignaz-Roth-Halle ist frei.

Mit dem Spiel der Frauen gegen die Werkselfen von Bayer Leverkusen weht am Sonntag um 19 Uhr ein Hauch von Bundesliga durch Zweibrücken. Der zwölfmalige Deutsche Meister, neunfache Deutsche Pokalsieger und Europapokalsieger von 2005 absolviert ein Trainingslager an der Sportschule Saarbrücken und testet seine Form gegen die Zweibrücker Löwinnen. Dabei dürfen sich alle Fans auf ein Wiedersehen mit Amelie Berger freuen. Der Flügelflitzer, der 2014 mit der weiblichen B-Jugend des SV den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft erreichte, gehört als Jugendnationalspielerin bereits zum Kader des Bundesligisten. Unangefochtener Star der Mannschaft ist allerdings Trainerin Renate Wolf. Die 96-fache Nationalspielerin betreut den Traditionsverein, mit kurzer Unterbrechung, bereits seit 21 Jahren – ein absolutes Novum in der Bundesliga.

Für ihren Trainerkollegen auf der Zweibrücker Bank hat dieses Spiel vor allem einen ganz hohen emotionalen Stellenwert: „Ich denke für die meisten Spielerinnen wird das ein einmaliges Erlebnis in ihrer Karriere. Wann hat man schon mal die Möglichkeit, gegen einen Erstligisten zu spielen? Solche Spiele sind etwas Besonderes und das sollen die Mädels auch genießen“, freut sich auch Rüdiger Lydorf auf die Stars aus der Bundesliga.



Der SV 64 Zweibrücken zeigt sich stolz, so einen international renommierten Gegner präsentieren zu können. Damit trägt der Erstligist vor allem der vorbildlichen weiblichen Jugendarbeit des SV Rechnung, der zu den Topadressen im Bereich des saarländischen Handball-Verbandes zählt. Denn nicht nur Amelie Berger sondern auch Elisa Burkholder fand in den vergangen drei Jahren den Weg aus der Talentschmiede der Löwinnen zum Vorzeigeclub aus Nordrhein-Westfalen.

Als weiteres Highlight des Wochenendes spielt die Männermannschaft der Zweibrücker Löwen bereits am Samstag um 18.45 Uhr in ihrem letzten Vorbereitungsspiel gegen den Drittligisten aus Hochdorf. Auch hier wird es ein Treffen alter Bekannter geben, denn die Pfalzbiber, wie die Hochdorfer genannt werden, werden vom langjährigen Trainer des SV 64, Stefan Bullacher, betreut. Für Bullacher, dessen Kinder bei den Junglöwen spielen, ist die Begegnung der letzte Härtetest vor dem Start in die 3. Bundesliga.

Hochdorf stellt durch seine vielen Talente mit einem Durchschnittalter von 21 Jahren den jüngsten Kader aller Teams in der Südstaffel. Den gleichen Altersschnitt hat die neuformierte Mannschaft von Zweibrückens Cheftrainer Tony Hennersdorf aufzuweisen. Der in Saarbrücken lebende Hennersdorf ist mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden: „Alle haben super mitgezogen, alle sind fit und gesund. Das ist eine gute Voraussetzung für den Rundenstart. Es fühlt sich deutlich besser an, als in der letzten Saison“. Neuer Kapitän der Löwen ist Tom Grieser. Der 19-jährige Rückraumspieler aus Rimschweiler wurde, wie schon Aris Wöschler vor ihm, bereits in seinem ersten Jahr nach der Jugend von der Mannschaft gewählt.

Eine besondere Gemeinsamkeit haben die Gastmannschaften der Frauen und der Männer – die beiden Torwarttrainer von Leverkusen und Hochdorf sind Brüder. Andreas Thiel, 528-facher Nationaltorwart und Keeper des VFL Gummersbach, hat sich als Torwarttrainer von Bayer Leverkusen dem Frauenhandball verschrieben. Der wegen seiner Reflexe „Hexer“ genannte Schlussmann, nahm an drei Olympischen Spielen teil und gewann fünfmal die Deutsche Meisterschaft, dreimal den DHB-Pokal und zweimal die Champions League. Als Rekordhalter wurde er siebenmal zum Handballer des Jahres gewählt.

Sein Bruder Joachim hat zurzeit das gleiche Amt bei den Männern des TV Hochdorf inne. Die Brüder lernten Handballspielen gemeinsam in Hochdorf. Während Andreas nach der Jugendzeit zum VFL Gummersbach wechselte und eine beeindruckende internationale Karriere machte, blieb Joachim seinem Heimatverein bis heute treu. Da das Spiel der Männer aus Hochdorf am Samstag und das der Frauen von Leverkusen am Sonntag stattfindet, verpassen sich die beiden Brüder um einen Tag.

 Stefan Bullacher kehrt mit dem TV Hochdorf zum SV 64 Zweibrücken zurück.
Stefan Bullacher kehrt mit dem TV Hochdorf zum SV 64 Zweibrücken zurück. FOTO: @ Marco Wille -Photographie / Marco Wille