| 21:36 Uhr

Handball-Oberliga
Zum Abschluss purzeln die Rekorde

Vater des Erfolges bei den Handballern der VTZ Saarpfalz: Meister-Trainer Danijel Grgic.
Vater des Erfolges bei den Handballern der VTZ Saarpfalz: Meister-Trainer Danijel Grgic. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Völklingen. Meister VTZ Saarpfalz verabschiedet sich mit 26:17 in Völklingen in die dritte Liga. Von Jadran Pesic

Auch das letzte Saisonspiel haben die Handballer der VTZ Saarpfalz souverän gewonnen. Bei der HSG Völklingen setzten sich die Jungs um Kapitän Philip Wiese auch in der Höhe verdient mit 26:17 (11:9) durch. Der alles überragende Mann beim Meister war Rückraumspieler Tomas Kraucevicius mit elf Treffern.

„Wir wollten uns anständig aus dieser Runde verabschieden. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir gerade in der Abwehr sehr stark gespielt“, erklärte Moritz Baumgart, für den das der letzte Auftritt im VTZ-Dress war. Er wechselt zur nächsten Saison zurück zu seinem Heimatverein, TS Rodalben, und wir dort künftig als Spielertrainer die Geschicke seiner Mannschaft leiten. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich freue mich auf meinen Heimatverein und meine Familie natürlich, aber jetzt mit der VTZ Meister werden und dann gehen, ist auch irgendwie eigenartig“, beschreibt der sympathische Allrounder, den die VTZ nur zu gerne gehalten hätte.

Die Partie gegen Völklingen wurde ausnahmsweise in der Warndthalle in Ludweiler ausgetragen. Dort herrscht Harzverbot, was beide Mannschaften nicht gewohnt sind. Vor allem in der Anfangsphase konnte man das gut beobachten. Aus dem Rückraum kam von beiden Mannschaften nahezu gar nichts. Aber auch bei den Anspielen an den Kreis leisteten sich beide Teams einen Fehler nach dem anderen. Es war wahrlich nicht schön anzusehen, aber auf jeden Fall umkämpft. Allerdings hatten die Gastgeber gerade zu Beginn leichte Vorteile und führten über weite Strecken der ersten Halbzeit. Doch zum Ende der ersten 30 Minuten kippte die Partie langsam in Richtung der Gäste aus Zweibrücken, die jetzt das Kommando übernahmen. Vor allem Rechtsaußen Jacob Brauns wurde mit einem Ball nach dem anderen gefüttert und schoss eine positive Quote. Zur Halbzeit führten die Saarpfälzer mit 11:9.



In der zweiten Hälfte konnten sich die Jungs von Trainer Danijel Grgic etwas steigern und bauten langsam aber sicher den Vorsprung immer weiter aus. Tomas Kraucevicius zeigte sich besonders sehr spielfreudig und war fast im Alleingang für alle Zweibrücker Tore zuständig. Auch bei seinen vier Siebenmetern blieb der Rückraumspieler eiskalt. HSG-Trainer Berthold Kreuser versuchte mit einer Manndeckung gegen Kraucevicius seiner Mannschaft neue Impulse zu geben – ohne Erfolg. Die Abwehr der Gäste stand jetzt nochmals etwas besser, was auch an einem stärker werdenden Yannic Klöckner im VTZ-Gehäuse lag. Im Angriff spielte der Meister souverän und routiniert seinen Stiefel herunter. Geduldig wurden die Angriffe vom guten Martin Mokris aufgebaut und die Chancen bis auf wenige Ausnahmen auch clever genutzt. Am Ende gewann die VTZ eine sehr faire Partie mit 26:17 und darf sich nicht nur über den Meistertitel freuen.

Die VTZ steigt mit nur sechs Minuspunkten aus der Oberliga-RPS in die dritte Liga auf. In den jetzt 16 Spielzeiten, seit Einführung der Oberliga-RPS, hat das keine weitere Mannschaft geschafft. Doch nicht nur hier haben sie eine neue Bestmarke aufgestellt. Auch mit ihrer Abwehrleistung haben sie einen neuen Rekord aufgestellt. Mit nur 676 Gegentoren stellen sie auch die beste Abwehr eines Meisters. Die SF Budenheim hatte zwar in der Premierensaison weniger Tore gefangen, aber auch vier Spiele weniger absolviert. Die Mannschaft um Kapitän Philip Wiese musste im Schnitt lediglich 22,5 Tore hinnehmen. Selten war ein Meistertitel verdienter als dieses Jahr.